Hamburg - Magnete an Angelhaken könnten nach Angaben der Umweltorganisation WWF jährlich tausende Haie retten, die unabsichtlich als so genannter Beifang der industriellen Langleinen-Fischerei verenden. Ein kleiner, starker Magnet oberhalb der Angelhaken könnte die stark auf magnetische Felder reagierenden Haie abschrecken und so vor dem qualvollen Tod bewahren, erklärte der WWF am Donnerstag in Hamburg.
»Durch Beifang werden jedes Jahr viele Millionen Tonnen Fisch verschwendet, die nach dem Fang einfach wieder als Abfall über Bord gekippt werden. Zudem fallen Hunderttausende Seevögel, Säugetiere und Meeresschildkröten zerstörerischen Fischereimethoden zum Opfer«, erläuterte der Leiter des Internationalen WWF-Zentrums für Meeresschutz in Hamburg, Alfred Schumm, und fügte hinzu: »Der WWF fördert intelligente Wege wie den Hai-Magneten, um die Beifänge drastisch zu reduzieren.« Für seine Idee der magnetischen Hai-Abschreckung zeichnet die Umweltorganisation in diesem Jahr den Forscher Michael Herrmann von der amerikanischen Organisation »SharkDefenese« mit dem mit 20.000 Euro dotierten Preis für »Schlaue Netze« aus.
Die industrielle Fischerei setzt laut WWF Langleinen von über 100 Kilometern und mit bis zu 30.000 Haken ein. Wie auch bei anderen Methoden komme es hier zu massiven Beifängen. In den letzten 18 Jahren sind nach Angaben des WWF im Nordostatlantik einige Haibestände um bis zu 90 Prozent zurückgegangen, darunter Hammer- und Fuchshaie. Hauptursache für den Artenschwund sei der Beifang.
Der WWF forderte die EU auf, ihre schon 2002 gefassten Pläne für eine nachhaltige Fischerei und weniger Beifang endlich in die Tat umzusetzen. Die EU-Fangflotte zählt nach Angaben des WWF weltweit zu den Fischereien mit den höchsten Beifangmengen.
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