Brasilia - Die Zerstörung des Regenwalds im brasilianischen Amazonas-Gebiet ist nach Angaben der Regierung in Brasilia das zweite Jahr in Folge rückläufig. Umweltministerin Marina Silva teilte am Dienstag mit, zwischen 2005 und 2006 seien elf Prozent weniger Dschungel dem Holzeinschlag und Brandrodungen zum Opfer gefallen. Dennoch sei eine Regenwald-Fläche von 16.700 Quadratkilometern - ein Gebiet so groß wie Thüringen - zerstört worden.
Silva sagte dem illegalen Roden von Regenwald erneut den Kampf an und bezeichnete es als Erfolg, das zweite Jahr in Folge einen deutlichen Rückgang melden zu können. Zwischen 2004 und 2005 seien 18.790 Quadratkilometer gerodet worden. Ein konsequentes Vorgehen gegen korrupte Beamte in den Umweltschutzbehörden habe dazu beigetragen. In den vergangenen Monaten wurden mehrere Beamte verhaftet, die gefälschte Zertifikate für den Holzeinschlag ausgestellt hatten. Die internationale Umweltorganisation Greenpeace schätzt, dass drei Viertel des Regenwald-Einschlags illegal gerodet werden.
Umweltschützer erklärten, die jüngsten Zahlen seien kein Grund zum Feiern. «Die Vorhersage eines Rückgangs um elf Prozent bestätigt etwas dramatisches: Was in den 90er Jahren die Decke war, ist nun der Boden», sagte der Direktor von Friends of the Earth, Roberto Smeraldo. Umweltschützern zufolge hängt der rückläufige Flächenverbrauch mit einer gesunkenen Nachfrage nach Sojabohnen und dem gegenüber dem Dollar stark gestiegenen Real zusammen.
(AP)



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