Brüssel - Mit einem neuen europäischen Forschungsinstitut will die EU-Kommission den Rückstand gegenüber den USA verringern. «Europa fällt zurück», warnte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Mittwoch in Brüssel. Ein Europäisches Technologieinstitut (ETI) solle die Kräfte von Wissenschaft und Wirtschaft aus den verschiedenen EU-Staaten bündeln. Der Name lehnt sich an das renommierte Massachusetts Institute for Technology (MIT) in den USA an.
«Seien wir ehrlich: Können Länder wie Slowenien, Portugal, Griechenland, aber auch Deutschland, Großbritannien oder Frankreich allein den Wettbewerb mit den USA aufnehmen? Nein!», sagte Barroso. Forschungskommissar Janez Potocnik ergänzte: «Unsere Hochschulausbildung und Forschung sind fragmentiert.»
Das ETI soll nach den Vorstellungen der Kommission die erfolgversprechendsten Ansätze in Europa zusammenführen: Auf Basis eines Wettbewerbs sollen «Wissens- und Innovationsgemeinschaften» ausgewählt werden, mit denen das Institut zusammenarbeitet. Diese Gemeinschaften können etwa von bestehenden Forschungseinrichtungen und Unternehmen gebildet werden.
Das ETI selbst soll nur ein Personal von rund 60 Personen haben, aber die Arbeitsschwerpunkte der Wissens- und Innovationsgemeinschaften festlegen. Zudem soll es Standards für ETI-Abschlüsse ausarbeiten, verleihen sollen diese jedoch die Partneruniversitäten.
Für die Schaffung des Instituts, die die Kommission für 2008 anstrebt, würden nach Einschätzung der Kommission 308 Millionen Euro benötigt. Für die Jahre 2008 bis 2013 veranschlagt Brüssel einen Finanzierungsbedarf von rund vier Milliarden Euro, die jedoch zu einem großen Teil aus der Wirtschaft kommen sollen.
(AP)



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