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Aufklärung über chinesische Praxis der Organentnahme gefordert

Kritiker vermuten Verstoß gegen Menschenrechte

AP
19.11.2006

Peking – Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat China am Sonntag aufgefordert, Zahlen über die Entnahme von Organen hingerichteter Häftlinge vorzulegen. China müsse offenlegen, wie viele Menschen jährlich hingerichtet und wie viele Organtransplantationen vorgenommen würden, erklärte ein Sprecher der Organisation in Hongkong. Die Tageszeitung „China“ hatte Vizegesundheitsminister Huang Jiefu am Donnerstag mit den Worten zitiert, Hingerichteten würden regelmäßig Organe zu Transplantationszwecken entnommen. Dies geschehe aber nur mit dem Einverständnis der Häftlinge oder deren Familien.

Abgesehen von einer kleinen Zahl von Verkehrsopfern kämen die meisten Organe von hingerichteten Gefangenen, wurde Huang zitiert. Bereits in der Vergangenheit haben chinesische Behördenvertreter die Praxis eingeräumt, sie zugleich aber als legal verteidigt. Kritiker sagen dagegen, viele Organe würden ohne Zustimmung der Gefangenen entnommen. Sie vermuten finanzielle Interessen, ethische Aspekte würden nicht berücksichtigt. Der Sprecher von Human Rights Watch in Hongkong, Nicholas Bequelin, sagte, die Praxis werfe Fragen zur chinesischen Justiz, zum Einsatz der Todesstrafe, zur ärztlichen Ethik und zu Unregelmäßigkeiten beim Organhandel auf.

Experten vermuten, dass in China mehr Hinrichtungen vollstreckt werden als insgesamt in allen anderen Ländern, die die Todesstrafe verhängen. Laut Amnesty International wurden in China 2005 mindestens 1.770 Menschen hingerichtet, das entspricht etwa 80 Prozent der Hinrichtungen weltweit. Zahlen darüber hat China nie veröffentlicht.

(AP)

 

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