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Wasserversorger beurteilen Pflanzenschutzmittel-‌Rückstände kritisch

Wasser wird teilweise besonders gereinigt – Landwirtschaftsministerium sieht keine Gefahr

AP
13.12.2006

Stuttgart – Die Landeswasserversorgung beurteilt die im baden-württembergischen Grund- und Trinkwasser gefundenen Spuren eines Pflanzenschutzmittels deutlich kritischer als das Landwirtschaftsministerium. Nachdem landesweit Abbauprodukte des Unkrautbekämpfers Chloridazon entdeckt worden waren, hat der Zweckverband umfassende Vorsorgemaßnahmen getroffen. Ein Sprecher habe entsprechende Informationen bestätigt, berichtete die „Stuttgarter Zeitung“ in ihrer Donnerstagausgabe.

Zum einen verzichte man derzeit auf Wasser aus besonders belasteten Quellen, zum anderen werde das Trinkwasser für drei Millionen Menschen verstärkt mit Ozon gereinigt. Man nehme die teilweise nahe an den Grenzwert heranreichende Belastung „sehr ernst“, wolle aber „keine Panik schüren“, sagte der Sprecher dem Bericht zufolge.

Das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium sieht dagegen keinen akuten Handlungsbedarf. Minister Peter Hauk (CDU) ließ erklären, die Rückstände seien „nicht gesundheitsgefährdend“. Zudem werde sich die Lage nicht verschlechtern, da im Winter keine Spritzmittel eingesetzt würden. Bis zum Frühjahr müssten die zuständigen Bundesministerien die Funde bewerten, verlangte Hauk. Andernfalls werde das Land eigene Maßnahmen ergreifen, um die Belastung des Wassers zu verringern.

Die Landeswasserversorgung sieht in dem Vorgang Parallelen zum Atrazin-Skandal. Das vor fünfzehn Jahren verbotene Spritzmittel findet sich bis heute im Wasser. Diesen Vergleich wies Minister Hauk laut „Stuttgarter Zeitung“ als „wissenschaftlich nicht haltbar“ zurück.

 

(AP)

 

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