Berlin – Die Verbraucher greifen im Lebensmittelhandel immer öfter zu Wein aus Deutschland. Die deutschen Winzer setzten im vergangenen Jahr 7,8 Prozent mehr im Handel ab als im Jahr zuvor, wie das Deutsche Weininstitut am Montag in Berlin mitteilte. Nimmt man zum Lebensmittelhandel auch die Direktvermarktung und die Fachgeschäfte hinzu, halten die deutschen Erzeuger einen Marktanteil von 46,5 Prozent im eigenen Land.
Der Präsident des Deutschen Weinbauverbands, Norbert Weber, erklärte, der Weinabsatz im Lebensmittelhandel inklusive der Discounter mache inzwischen etwa 70 Prozent aus. Dort sei der gesamte Weinmarkt um 1,5 Prozent gestiegen.
Auch 2006 bevorzugten die Verbraucher wieder etwas stärker die Weißweine, während sich der gesamte Rotweinkonsum abzuschwächen zu scheint. „Doch die deutschen Rotweine haben noch einmal enorm zugelegt“, berichtete Weber. Ihr Absatz stieg entgegen dem Trend um 11,4 Prozent.
Der Präsident berichtete, nachdem die Weinpreise im Lebensmittelhandel über vier Jahre hinweg konstant bis leicht rückläufig gewesen seien, hätten die Verbraucher 2006 mit durchschnittlich 2,36 Euro pro Liter vier Cent mehr als im Vorjahr gezahlt. Auch 2007 steigen die Preise voraussichtlich wieder – wegen der kleinen Ernte im vergangenen Jahr, der Mehrwertsteuererhöhung und der höheren Kosten für Energie und Glas.
Im vergangenen Jahr lag die Erntemenge mit bundesweit 8,9 Millionen Hektoliter deutlich unter dem langjährigen Mittel von 9,7 Millionen. Das Weininstitut nannte den Jahrgang 2006 insgesamt qualitativ hochwertig. Die deutsche Weinkönigin Katja Schweder prognostizierte: „Er wird recht schnell ausverkauft sein.“
Auf der Internationalen Grünen Woche werden 30 Aussteller rund 900 Weine und Sekte aus deutschen Anbaugebieten präsentieren. Die weltweit größte Verbraucherschau wird am Donnerstag von Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso eröffnet.
http://www.deutscheweine.de/
(AP)



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