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Bayern feilt an einem „Elchplan“

Land will „für weitere Besuche gewappnet sein“ – Minister fordert sachliche Diskussion über die Tiere

AP
09.02.2007

München – Nach dem „Problem-Bären“ nun die „Problem-Elche“: Als Reaktion auf das überraschende Auftauchen eines Elchpärchens in Bayern feilt das bayerische Landwirtschaftsministerium an einem „Elchplan“. „Wir brauchen zur Konfliktbewältigung eine abgestimmte Strategie mit klaren Spielregeln“, sagte Landwirtschaftsminister Josef Miller der „Passauer Neuen Presse“ (Samstagausgabe).

Für den Umgang mit dem Elch brauche es einen breiten Konsens aller Interessengruppen, vor allem auch der Land- und Forstwirtschaft. Zu Details des Plans wollte der Minister sich nicht äußern.

Sein Sprecher Alfons Kraus erklärte, mit dem Plan wolle Bayern sich auf die Zuwanderung von Elchen vorbereiten. „Wir wollen Elche nicht bewusst ansiedeln, wollen aber für weitere Besuche gewappnet sein. Das kann man nicht früh genug angehen“, sagte Kraus. Der Plan solle geeignete Lebensräume für Elche ausweisen und den Umgang mit den Tieren regeln.

„Bevor wir am Plan arbeiten, muss eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung durchgeführt werden“, sagte Kraus. Forscher sollen demnach das Verhalten der Tiere und genetische Veränderungen erforschen. Der Plan soll im Laufe des Jahres in Zusammenarbeit mit dem obersten Jagdbeirat fertig gestellt werden.

Landwirtschaftsminister Miller forderte eine sachliche Diskussion des Elchplans: „Emotionen sind hier fehl am Platz“, erklärte er. Im vergangenen Jahr hatte der Bär „Bruno“ in Bayern für Aufregung gesorgt. Nach seinem Abschuss gab es Proteste und Forderungen, einen Plan für den Umgang mit zuwanderungswilligen Bären zu entwickeln. Für „Bruno“ zeigte sich das bayerische Umweltministerium verantwortlich. Da Elche aber dem Jagdrecht unterliegen, sei für sie das Landwirtschaftsministerium zuständig, erklärte Miller.

Wie bei „Bruno“ endete auch der Ausflug der Elche nach Bayern für zumindest eines der Tiere tödlich. Ein zweijähriger Elchbulle musste nach einem Zusammenstoß mit einem Auto im Landkreis Passau am vergangenen Wochenende wegen seiner schweren Verletzungen erschossen werden. Er soll nun ausgestopft werden. Die Elche kamen wahrscheinlich aus dem tschechischen Nationalpark Sumava. Die Elchdame ist nach Angaben von Jägern nun wohl allein im Bayerischen Wald unterwegs.

 

(AP)

 

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