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Walfanggegner boykottieren internationale Konferenz in Tokio

Kritik an Tierschützern nach Kollision in der Antarktis

AP
13.02.2007

Die japanische Polizei schleppt Protestierende fort. (AP Photo/David Guttenfelder)

Tokio – Dutzende Walfanggegner wie die USA, Großbritannien und Australien haben eine Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Tokio boykottiert. Gastgeber Japan will das Treffen nutzen, um weiter Druck für eine Aufhebung des seit zwei Jahrzehnten geltenden Fangverbots zu machen. Der japanische IWC-Vertreter Minoru Morimoto bedauerte zum Auftakt der Konferenz am Dienstag, dass nur 35 der 72 Mitgliedsstaaten vertreten seien.

Der Boykott verhindere eine sinnvolle Debatte über eine Reform der IWC. Die japanische Regierung dringt auf eine Reform der Internationalen Walfangkommission, die ihrer Meinung nach die Jagd regulieren und nicht unterbinden sollte. Japan wird dabei von den Walfangnationen Norwegen und Island unterstützt.

Der kommerzielle Fang ist seit 1986 verboten, doch darf Japan im Rahmen eines wissenschaftlichen Programms jährliche mehrere hundert Tiere töten. Das Fleisch wird als Lebensmittel verkauft. Tokio argumentiert, dass sich die Bestände seit Mitte der 80er Jahren ausreichend erholt hätten, um eine reglementierte Jagd auf einige Arten wieder zuzulassen.

Einige IWC-Delegierten erklärten, der Konflikt über das Jagdverbot habe die Kommission so polarisiert, dass sie ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen könne und reformiert werden müsse. Die IWC stecke seit einigen Jahren in einer Sackgasse, kritisierte der norwegische Vertreter Turid Rodrigues Eusebio. Der Delegierte des Karibikstaats St. Kitts und Nevis, Cedric Liburd, wies Spekulationen zurück, Japan könne einigen Ländern im Gegenzug für ihre Unterstützung auf der Konferenz Hilfe versprochen haben. „Kein Land kann unsere Stimme kaufen“, versicherte er.

Nach dem Zusammenstoß zwischen dem Schiff einer Umweltorganisation und einem japanischen Walfänger in der Antarktis haben Australien und Neuseeland vor negativen Folgen für den Kampf gegen die Waljagd gewarnt. Der neuseeländische Umweltminister Chris Carter warf beiden Parteien vor, sich wie auf einem Kinderspielplatz zu benehmen. Der Protest der Tierschutzorganisation Sea Shepherd sei zu weit gegangen. Es widerspreche den Pflichten aller auf Hoher See, das japanische Schiff gerammt zu haben. Auch der australische Umweltminister Malcom Turnbull kritisierte, Sea Sheperd habe Menschenleben in Gefahr gebracht und der Sache damit einen Bärendienst erwiesen.

 

(AP)

 

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