Frankfurt/Main – Die deutschen Automobilhersteller haben sich darauf verständigt, die Entwicklung neuer chemischer Kältemittel für Klimaanlagen nicht weiter voranzutreiben. Allerdings habe sich die Industrie noch nicht ausschließlich auf CO2 als Kältemittel festgelegt, sagte der Sprecher des Verbandes der Autoindustrie (VDA), Eckehart Rotter, der Nachrichtenagentur AP: „Es ist aber ein Zwischenschritt hin zu mehr Klimaschutz erreicht worden.“
Laut VDA sind chemische Kältemittel zwischen 150- und 1.000-fach klimaschädlicher als der Einsatz von CO2 in Auto-Klimaanlagen. „Es sind aber noch viele technische Fragen zu klären. Dazu werden Gespräche zwischen Herstellern und Zulieferern stattfinden“, sagte Rotter am Dienstag.
Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sagte der AP, nach allen Tests sei die Leistung des Kältemittels CO2 ebenso gut wie die herkömmlicher chemischer Mittel. „CO2 wird seit etwa fünf bis sechs Jahren getestet und ist inzwischen im Portfolio vieler Zulieferer.“ Arbeitsplätze seien durch einen Umstieg nicht bedroht: „Wir haben es hier mit einem Trend zu tun, auf den sich die Produzenten von Klimaanlagen gut einstellen konnten.“ Für Autokäufer hätte ein Umstieg auf klimafreundlichere CO2-Anlagen keine Auswirkungen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es da zu Preiserhöhungen kommt.“
Die Deutsche Umwelthilfe begrüßte den VDA-Beschluss: „Die jetzige Entscheidung beendet lange Debatten in Deutschland um die Frage, welche Klimasysteme gewählt werden sollten, um einer EU-Richtlinie zu entsprechen, die ab 2011 klimawirksame Kältemittel in neuen Fahrzeugen verbietet.“ Es sei bedauerlich, dass chemische Stoffgemische noch immer von anderen europäischen Automobilherstellern in Erwägung gezogen würden. (AP)
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