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WELTWEITE DROGENPRODUKTION STEIGT AN

Schweizer Suchtfachleute fordern neue Drogenpolitik von UN

Im Hinblick auf Tagung der UN-Drogenkommission in Wien – Globaler Schadensmilderung und Achtung der Menschenrechte gefordert

AP
10.03.2009

Zürich – Schweizer Suchtfachleute fordern im Hinblick auf das Treffen der UN-Drogenkommission in Wien vom (morgigen) Mittwoch einen Kurswechsel in der Drogenpolitik. Diese dürfe nicht mehr nur repressiv, sondern müsse auch präventiv sein und Folgeschäden mildern, teilte der Fachverband Sucht mit. Zudem seien die Menschenrechte zu achten.

In Wien revidieren die Mitgliedstaaten der UN-Subkommission „Commission on Narcotic Drugs“ (CND) am Mittwoch und am Donnerstag ihre drogenpolitischen Grundsätze aus dem Jahr 1998. Die Schweiz, die in der CND vertreten ist, müsse sich in Wien dringend für eine ausgewogene Drogenpolitik stark machen, fordert der Fachverband. Die Drogenpolitik der Vereinten Nationen sei mit ihrer 1998 formulierten Vision einer drogenfreien Gesellschaft, die allein mit Repression ereicht werden sollte, offenkundig gescheitert: Die weltweit produzierte Drogenmenge sei grösser als je zuvor, und jährlich würden 300 Milliarden Franken Drogengelder in den Schwarzmarkt und mafiöse Strukturen gepumpt, schreibt der Verband.

Die Schweiz als Pionierstaat in Sachen Drogenpolitik müsse ihren weiter gefassten Ansatz in Wien einbringen. Nötig sei zwar Repression gegenüber den Drogenanbietern, aber auch Prävention, Behandlung und Schadensmilderung auf Seiten der Drogenkonsumenten. Konkret fordern die Suchtfachleute, dass „Schadensmilderung“ von der UN-Drogenkommission global als neuer drogenpolitischer Grundsatz definiert wird. Unter dem Begriff Schadensmilderung fallen Massnahmen, die eine Verringerung der hygienisch-gesundheitlichen Folgeschäden des Drogenkonsum anstreben. Dazu gehören laut Verband Sprizentausch-Programme oder offene Anlaufstellen. Weiter ist es laut den Suchtfachleuten an der Zeit, die Drogenpolitik der UN in Übereinstimmung mit den Menschenrechten zu bringen. Heute folge der Umgang mit Drogensüchtigen in vielen Ländern eher der Logik der Folter. Zudem kennten beinahe 50 Staaten die Todesstrafe für Drogenkonsum, hielt der Verband fest.

Der Verband Sucht verwies zudem auf die breite Unterstützung für eine nicht rein repressive Drogenpolitik in der Schweiz. Dies habe sich erst am vergangenen 30. November gezeigt, als das Schweizer Stimmvolk den breiten Ansatz mit dem überdeutlichen Ja von 68 Prozent zum neuen Betäubungsmittelgesetz legitimiert habe, hiess es. (AP)

 




http://www.epochtimes.dearticles/2009/03/10/418099.html







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