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LIEBLINGSPLÄTZE

Fluchtpunkt Santiago de Compostela: Endstation Sehnsucht des Jakobsweges

Orte, an denen die Seele baumelt
Bernd Kregel / Gastautor
28.05.2009

(Bernd Kregel)

„Weiter und voran!“ lautet die Durchhalteparole, mit der sich Jakobspilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela auch heute noch gegenseitig anfeuern. Denn der „Camino de Santiago“ zum Grab des Apostels Jakobus am einstigen „Ende der Welt“ ist weiß Gott kein Spaziergang. Doch dann endlich werden vom „Berg der Freude“ die Türme von Santiago schemenhaft durch den Frühnebel hindurch erkennbar. Freudentränen fließen, die Endstation Sehnsucht ist erreicht.

Die Stadt wartet auf mit schmucken Altstadtgässchen und malerischen Arkadenreihen, mit studentischen Musikdarbietungen und kulinarischen Köstlichkeiten. Doch was wäre Santiago ohne seinen großen Platz vor der Kathedrale! Hier herrscht ein ständiges Kommen und Gehen von Pilgern hoch zu Ross, mit dem Fahrrad oder einfach auf Schusters Rappen.

Und über ihnen allen, wie eine übermächtige Kulisse, erhebt sich – ausgeleuchtet vom warmen Licht der Nachmittagssonne – die Fassade der Kathedrale mit all ihren in Sandstein gehauenen Details zum Leben des Apostels Jakobus, dessen Grab als wichtigstes europäisches Pilgerziel im Inneren zu finden ist. Gleich hinter den Eingangstoren thront Jakobus in Überlebensgröße am mittelalterlichen „Portico de la Gloria“, wo tiefe Mulden im Stein Zeugnis ablegen von den inbrünstigen Berührungen frommer Pilger durch die Jahrhunderte hindurch.

Vorn im Kirchenschiff geht ein Pilgergottesdienst seinem Ende entgegen. Dort pendelt nun, gebändigt von vier Männern in weinroten Roben, ein riesiges Weihrauchgefäß, das qualmend und fauchend über die Köpfe der Pilger hinwegschwebt. Beschwingt schwebe auch ich die Fassadenstufen hinab, wo die romantische Altstadt bei verführerischen Düften einen stimmungsvollen Abend verspricht. Gab es je eine glücklichere Zeit? Sicherlich werden die nächsten Tage mit Jakobs Hilfe schon ein Paradies auf Erden.

 

Nicht alle touristischen Ziele sind in der Erinnerung gleichrangig. Besonders bleiben die Orte in der Erinnerung haften, die auf irgendeine Weise auch die Seele des Reisenden erreicht haben - Orte des Wohlfühlens und des persönlichen Erlebens.

In der Reihe Lieblingsplätze - Orte, an denen die Seele baumelt - stellt unser Autor Bernd Kregel in lockerer Folge solche Orte des positiven Erinnerns vor.

01.   Piazza San Marco, Venedig / Italien

02.   Kathedralenplatz, Santiago de Compostela / Spanien

03.   Montmartre, Paris / Frankreich

04.   Münsterkreuzgang, Bonn / Nordrhein-Westfalen

05.   Ohlsdorfer Parkfriedhof, Hamburg

06.   Suomenlinna, Helsinki / Finnland

07.   Askona, Lago Maggiore / Italien

08.   Oriental, Bangkok / Thailand

09.   Santorin, Ägäis / Griechenland

10.   Piazza Navona, Rom / Italien

11.   Four Seasons Hotel, Amman /Jordanien

12.   Puente la Reina, Navarra / Spanien

13.   Dubrovnik, Adria / Kroatien

14.   Aleppo / Syrien

 

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