Frankfurt/Main – Illegale Geschäfte mit Verbraucherdaten florieren. Wer einmal in Karteien von Schwarzmarkt-Händlern gelandet ist, kann sich kaum noch wehren. Doch wie können Verbraucher dem Missbrauch ihrer Daten und Kontoverbindungen vorbeugen? Verbraucherschützer raten vor allem zu Datensparsamkeit und erhöhter Vorsicht. Hier zehn Tipps:
- Am wichtigsten ist Datengeiz: Grundsätzlich sollten Verbraucher die Menge der von ihnen selbst in Umlauf gebrachten Daten so weit minimieren wie es eben geht – vor allem beim Umgang mit dem Internet. Angaben in Vertragsformularen, die zur Abwicklung eines Vertrages nicht nötig sind, sollten Verbraucher vermeiden.
- Wer an Gewinnspielen teilnimmt oder sich bei einem Versandhändler registriert, sollte außerdem angeben, dass die eigenen Daten nicht für Werbezwecke genutzt werden sollen. Vorgesetzte Häkchen sollten Nutzer deaktivieren.
- Bei der Eingabe von Daten ins Internet sollten Nutzer wachsam sein und die Seiten auf ihre Sicherheit überprüfen: Ein Schlosssymbol in der Statuszeile des Browsers ist ein Indiz, dass die Daten verschlüsselt werden. Ein Klick darauf zeigt das Zertifikat; der Name der Website darin muss mit dem in der Statuszeile übereinstimmen. Das Zertifikat muss allerdings von einer anerkannten Stelle ausgestellt worden sein. Eine Liste geprüfter Anbieter findet sich unter bundesnetzagentur.de
- Beim Punktesammeln mit Rabatt- oder Kundenkarten sowie bei Haushaltsumfragen am Telefon ist Verbraucherschützern zufolge Wachsamkeit angebracht: Dabei handele es sich in erster Linie Methoden, um an persönlichen Daten zu kommen.
- Bei unerwünschten Werbeanrufen sollten Verbraucher ruhig unhöflich sein und einfach auflegen, wie die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät. Schließlich sind Werbeanrufe ohne Einwilligung unzulässig. Keinesfalls sollten sich Verbraucher in Gespräche verwickeln lassen.
- Wer es ganz genau wissen will, kann sich bei Unternehmen – etwa einem Telefonanbieter – erkundigen, ob und wenn ja welche persönlichen Daten gespeichert sind, woher diese Daten kommen und an welches Unternehmen diese Daten weitergeleitet wurden. Verbraucherzentralen stellen dafür Musterbriefe als Download bereit.
- Unerwünschter Datennutzung kann man jederzeit an der verantwortlichen Stelle widersprechen.
- Kontoauszüge sollte man regelmäßig checken: Bei unrechtmäßigen Abbuchungen sollten Kunden ihre Bank informieren und gleich widersprechen. Auch dafür bieten die Verbraucherzentralen Musterbriefe zum Download an.
- Auf betrügerische Abbuchungen sollten Verbraucher mit Strafanzeigen reagieren.
- Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät außerdem, sich auf die vom Deutschen Dialogmarketing Verband (DDV) erstellte „Robinson-Liste“ einzutragen: Dem DDV angeschlossene Unternehmen erhalten dann die Nachricht, dass der Verbraucher keine Werbung per Post mehr wünscht. Allerdings halten sich nur die dort angeschlossenen Unternehmen an diese Liste, wie die Verbraucherschützer erklären. Die Werbeflut werde damit also nur bedingt eingedämmt. (AP)



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