Am Schnittpunkt der legendären Seidenstraße mit der antiken Weihrauchstraße und auf halber Höhe zwischen Euphrat und Mittelmeer liegt die Stadt Aleppo. Als einstige Brücke zwischen Orient und Okzident und heute noch eine der schönsten orientalischen Städte, übt die Altstadt der syrischen Metropole eine ungeheure Anziehungskraft auf mich aus.
Denn hinter dem Antiochia-Tor an der westlichen Stadtmauer beginnt die aufregende Welt des alten Orients mit ihren exotischen Gerüchen, bunten Farben und verwirrenden Geräuschen. Eselskarren bahnen sich klappernd ihren Weg durch die engen Gassen, und Händler sitzen erwartungsvoll in ihren Ladeneingängen und warten bei einem Glas Tee auf Kundschaft.
Immer weiter taste ich mich vor in den labyrinthischen „Bauch von Aleppo", mit zwölf Kilometern verwinkelter Straßen und Gässchen der größte Basar der Welt, in dem man schnell die Orientierung verlieren kann. Vorbei geht es an Goldschmiedeläden und orientalischen Bädern, an verführerischen Feinkostläden und Cafés. Von geschäftiger Aufdringlichkeit jedoch findet sich hier keine Spur - ein weit in die Vergangenheit zurückreichender Verhaltenskodex mit Vorbildcharakter für andere orientalische Märkte.
In östlicher Richtung öffnet sich schließlich ein freier Platz, über dem hinter einem tiefen Ringgraben wehrhaft die mächtige Zitadelle der Stadt thront, eine der stärksten Befestigungsanlagen des Orients. Der steile Aufstieg wird belohnt mit einem wundervollen Ausblick über die gesamte Altstadt, über die Kuppeln und Minarette der Moscheen, über die engen Gassen und die geräumigen Innenhöfe der einstigen Karawansereien. Ein begeisternder Standort, an dem der Wunsch heranreift, möglichst schnell wieder hierher zurückzukehren.
Nicht alle touristischen Ziele sind in der Erinnerung gleichrangig. Besonders bleiben die Orte in der Erinnerung haften, die auf irgendeine Weise auch die Seele des Reisenden erreicht haben - Orte des Wohlfühlens und des persönlichen Erlebens.
In der Reihe Lieblingsplätze - Orte, an denen die Seele baumelt - stellt unser Autor Bernd Kregel in lockerer Folge solche Orte des positiven Erinnerns vor.
01. Piazza San Marco, Venedig / Italien
02. Kathedralenplatz, Santiago de Compostela / Spanien
03. Montmartre, Paris / Frankreich
04. Münsterkreuzgang, Bonn / Nordrhein-Westfalen
05. Ohlsdorfer Parkfriedhof, Hamburg
06. Suomenlinna, Helsinki / Finnland
07. Askona, Lago Maggiore / Italien
08. Oriental, Bangkok / Thailand
09. Santorin, Ägäis / Griechenland
10. Piazza Navona, Rom / Italien
11. Four Seasons Hotel, Amman /Jordanien
12. Puente la Reina, Navarra / Spanien
13. Dubrovnik, Adria / Kroatien
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