Bonn – Der für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich gemachte Meteoriteneinschlag in Mittelamerika vor 65 Millionen Jahren hat für Europa deutlich geringere Auswirkungen gehabt als für Nordamerika. Das geht aus einer Untersuchung von Wissenschaftlern der Universität Bonn hervor.
„Wir haben nun fundierte Belege dafür gefunden, dass die Auswirkungen auf die Ökosysteme der Erde überraschend stark mit der Entfernung vom Einschlagsort abnahmen“, berichtete der Bonner Paläontologe Torsten Wappler am Mittwoch. Flora und Fauna auf dem alten Kontinent hätten sich deshalb nach der Katastrophe auch viel schneller wieder erholt, als in Nordamerika.
Vor etwa 65 Millionen Jahren war ein mehrerer Kilometer großer Meteorit nahe der heutigen mexikanischen Halbinsel Yucatan auf die Erde geprallt. Als Folge des Crashs wurde riesige Mengen Staub in die Erdatmosphäre geschleudert. Über Jahre hinweg verdunkelte sich die Sonne, die Temperaturen sanken deutlich ab. Weltweit kam es nach Angaben der Wissenschaftler zu einem dramatischen Artenrückgang.
Erholung dauerte „nur“ fünf Millionen Jahre
Doch sei der Rückgang etwa der Insektenfauna in Europa längst nicht so dramatisch gewesen wie in Nordamerika. Außerdem habe Europa die Folgen des Einschlages viel schneller überwunden. Fünf Millionen Jahr nach dem Crash habe es auf dem alten Kontinent wieder genauso viele Arten wie vor dem Einschlag gegeben. In Amerika habe dies doppelt so lange gedauert, berichteten die Forscher.
Die Wissenschaftler hatten für ihre Untersuchung 61 Millionen Jahre alte Baumblätter mit Fraßspuren von Insekten untersucht und so die Entwicklung der Artenvielfalt analysiert. Die Studie ist in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Proceedings of the Royal Society“ erschienen.
http://www3.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/321-2009 (AP)



Versicherung
Telefontarife
Finanzrechner 



