Dresden – Die zentral gesteuerte „Grüne Welle“ könnte bald ausgedient haben: Verkehrswissenschaftler aus Dresden haben eine neuartige Ampelsteuerung entwickelt, mit der im Vergleich zu herkömmlichen Systemen deutlich kürzere Wartezeiten erreicht werden sollen. Wie die Technische Universität der sächsischen Hauptstadt am Donnerstag mitteilte, ist dabei für einen Schaltvorgang nicht mehr die Zeit, sondern die Zahl der Autos entscheidend. „Grüne Wellen“ entstünden dabei ganz von selbst, wenn sie sinnvoll seien und Wartezeiten einsparten.
Jede einzelne Ampel erfasst den ankommenden Verkehr demnach über Sensoren und regelt ihn dann an allen einbezogenen Knotenpunkten „vorausahnend“ so, dass alle ankommenden Fahrzeuge in der Summe möglichst wenig warten müssen. Dazu wurde eine spezielle Steuerung entwickelt. Verkehrsforscher Stefan Lämmer sagte, der finanzielle Mehraufwand im Vergleich zu bisherigen Lösungen sei überschaubar. Es seien lediglich mehr Sensoren nötig, um die aktuelle Verkehrssituation an den Knotenpunkten genauer zu erfassen.
In einer Computersimulation in Zusammenarbeit mit den Dresdner Verkehrsbetrieben gelang es nach den Angaben bereits, Busse, Bahnen, Autos und Fußgänger deutlich schneller als bislang durch ein besonders kritisches Testgebiet in Dresden-Mitte zu lotsen. Autos kamen im Vergleich zur klassischen „Grünen Welle“ neun Prozent schneller durchs Gebiet, die Wartezeit für Fußgänger verkürzte sich um ein Drittel. Die Ampel-Wartezeiten des öffentlichen Nahverkehrs konnten sogar um gut die Hälfte gesenkt werden.
Lämmer sagte, das System komme auch mit starken Schwankungen des Verkehrs hervorragend zurecht. Nach den Angaben wurde es bereits zum Patent angemeldet. (AP)



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