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VOR DEM WELTKLIMAGIPFEL

UN wollen Veröffentlichung von Forscher-Daten unter die Lupe nehmen

Chef des Weltklimarats spricht nach Hacker-Angriff von ernster Angelegenheit – Nichts „unter den Teppich kehren“

AP
04.12.2009

Trekker vor dem Hintergrund des 8.850 Meter hohen Mount Everest (links), in Syangboche, Nepal. Minister aus Nepal verlegten ihre Kabinettssitzung in diese 3.900 Meter hoch gelegene Stadt, um auf die Gefahren für die Gletscher des Himalaja hinzuweisen. Foto: AP Photo/Gemunu Amarasinghe
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London – Die Veröffentlichung vertraulicher Daten eines renommierten britischen Klima-Instituts im Internet hat die Vereinten Nationen auf den Plan gerufen. Der Chef des Weltklimarats (IPCC), Rajendra Pachauri, kündigte am Freitag eine Untersuchung des Hacker-Angriffs auf die Einrichtung der University of East Anglia an, der Tausende E-Mails und Daten ans Licht gebracht hatte. Leugner des Klimawandels sprachen mit Blick auf die Veröffentlichung von eindeutigen Beweisen für eine Verschwörung der Wissenschaft, um das Ausmaß der Klimafolgen übertrieben darzustellen.

Pachauri erklärte nun in einem BBC-Interview, dass diese Angelegenheit sehr ernst sei. „Wir werden uns die Einzelheiten genau anschauen.“ Nichts solle „unter den Teppich gekehrt werden“. Man werde alle Details prüfen und sich anschließend eine Meinung bilden. Auch die Universität hatte jüngst eine unabhängige Prüfung angekündigt.

Brisante Entwicklung vor Weltklimagipfel

Angesichts des am Montag in Kopenhagen beginnenden Weltklimagipfels birgt der Datenklau einige politische Brisanz, auch wenn führende Wissenschaftler die Vorwürfe zurückweisen und betonen, dass dieser Vorfall nichts an der von Menschen verursachten Erderwärmung ändere.

Der britische Klimaschutzminister Ed Miliband räumte ein, dass die Angelegenheit auch Einfluss auf die Gespräche in Kopenhagen haben könnte, lehnte aber die Schlussfolgerungen der Skeptiker ab. „Wir brauchen ein Maximum an Transparenz“, forderte Miliband am Freitag und fügte hinzu: „Es ist aber auch sehr, sehr wichtig zu erwähnen, dass eine Kette von E-Mails, möglicherweise noch falsch dargestellt, nicht die weltweite Forschung zunichte macht.“

Deutscher Forscher spricht von durchsichtigem Plan

Der Direktor des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie, Jochem Marotzke, zugleich Mitglied des Weltklimarats (IPCC), hält die Angelegenheit für ein gezieltes Manöver, „um die Forschergemeinschaft zu diskreditieren. Doch an den Fakten hat sich überhaupt nichts geändert. Der vom Menschen verursachte Klimawandel ist da.“ Im AP-Gespräch prangerte auch die Methoden an, mit denen vorgegangen wurde. Wie könne etwas gerechtfertigt sein, das auf illegalem Weg erreicht worden sei?

Die University auf East Anglia hatte am Donnerstag eine Überprüfung der Daten angekündigt. Außerdem war Institutsleiter Phil Jones, der die Behauptungen zurückweist, am Dienstag bis zur vorbehaltlosen Klärung aller Vorwürfe zurückgetreten. Die Polizei leitete wegen des Daten-Diebstahls Ermittlungen gegen Unbekannt ein.

http://www.ipcc.ch

http://www.mpimet.mpg.de

http://www.cru.uea.ac.uk/ (AP)

 

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