Mozart ein Österreicher? Keineswegs! Vielmehr war er Bürger der über viele Jahrhunderte hinweg politisch unabhängigen Stadt Salzburg, die ihre Eigenständigkeit nutzte zu einer üppigen Prachtentfaltung. Noch heute erstrahlen Schlösser und Paläste, Bürgerhäuser und Kirchen in einem hellen architektonischen Glanz und vermitteln auf diese Weise ein Gefühl barocker Ausgelassenheit. Umso leichter fällt es, sich den berühmtesten Sohn der Stadt mit seiner beschwingten Musik als Salzburger Bürger vorzustellen.
Ein Teil dieser glanzvollen Vergangenheit präsentiert sich in Hellbrunn, dem malerischen Lustschloss der Erzbischöfe von Salzburg. Nicht weit entfernt vom Zentrum der Stadt ist es mit seinen Brunnen und Gärten, seinen Parks und Statuen eine kleine Welt für sich. Als besonders attraktiv erweisen sich zur Sommerzeit die teilweise versteckt installierten Wasserspiele, mit denen bereits in früheren Jahrhunderten die Gastgeber aufwarteten - nicht immer zum Vergnügen ihrer durchnässten Gäste, die sich jedoch nie als Spielverderber erweisen durften. So hatte der Humor stets das letzte Wort.
Seit zehn Jahren steht auch die Winterzeit den sommerlichen Freuden in nichts nach. Denn bereits Mitte November entsteht hier ein Märchenwald aus 350 Nadelbäumen, geschmückt mit 6.000 roten Kugeln. Zahlreiche in den grünen Zweigen versteckte Adventsstände wollen dabei helfen, die lange Wartezeit bis zum Weihnachtsfest zu verkürzen. Glühwein und Punsch, heiße Maronen und gebrannte Mandeln verbreiten in dem kleinen künstlichen Wäldchen des Schlosshofes einen betörenden Duft, der nur noch überboten wird von dem Glanz der Lichterketten, die mit einsetzender Dunkelheit das weite Areal erstrahlen lassen.
Vielleicht ist es gerade dieser Spannungsbogen zwischen sommerlicher Ausgelassenheit und vorweihnachtlicher Besinnlichkeit, der die Attraktivität dieses einzigartigen Ortes ausmacht. Und kein Salzburger, der in der Adventszeit bereits der stimmungsvollen Bergweihnacht entgegen fiebert, möchte sich diese ausgefallene Atmosphäre entgehen lassen. Mit der untergehenden Sonne versinkt auch der steil aufragende Untersberg schnell in der Dunkelheit. Umso beschaulicher wirkt die unmittelbare Umgebung des Schlosses von Hellbrunn, das ich längst zu einem meiner Lieblingsplätze erwählt habe.
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Nicht alle touristischen Ziele sind in der Erinnerung gleichrangig. Besonders bleiben die Orte in der Erinnerung haften, die auf irgendeine Weise auch die Seele des Reisenden erreicht haben - Orte des Wohlfühlens und des persönlichen Erlebens.
In der Reihe Lieblingsplätze - Orte, an denen die Seele baumelt - stellt unser Autor Bernd Kregel in lockerer Folge solche Orte des positiven Erinnerns vor.
01. Piazza San Marco, Venedig / Italien
02. Kathedralenplatz, Santiago de Compostela / Spanien
03. Montmartre, Paris / Frankreich
04. Münsterkreuzgang, Bonn / Nordrhein-Westfalen
05. Ohlsdorfer Parkfriedhof, Hamburg
06. Suomenlinna, Helsinki / Finnland
07. Askona, Lago Maggiore / Italien
08. Oriental, Bangkok / Thailand
09. Santorin, Ägäis / Griechenland
10. Piazza Navona, Rom / Italien
11. Four Seasons Hotel, Amman /Jordanien
12. Puente la Reina, Navarra / Spanien
13. Dubrovnik, Adria / Kroatien
15. Katharinenkloster, Wüste Sinai / Ägypten
16. Museum für Islamische Kunst in Doha / Qatar
17. Rick´s Café, Casablanca / Marokko
18. Schauplatz "Dritter Mann", Wien / Österreich
19. Soma Bay, Rotes Meer / Ägypten
20. Schloss Hellbrunn, Salzburg / Österreich
Was sind das für grüne Links?



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