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SOMMER 1947

Gletscher sind in den 40er Jahren stärker geschmolzen als heute

Neue Erkenntnisse von Wissenschaftlern der ETH Zürich – Stärkere Sonneneinstrahlung als Ursache

AP
14.12.2009

Neue Erkenntnisse von Wissenschaftlern der ETH Zürich werfen, im wahrsten Sinne des Wortes, ein neues Licht auf die Gletscher: sie zeigen stärkere Sonneneinstrahlung als Ursache für die Schmelze. Foto: AP Photo/Mark Henspeter

Zürich – In der Schweiz sind die Gletscher in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts noch stärker geschmolzen als heute. Nach neuesten Erkenntnissen von Wissenschaftlern der ETH Zürich dürfte die damals geringere Aerosolverschmutzung der Atmosphäre und die damit verbundene stärkere Sonneneinstrahlung dafür verantwortlich gewesen sein.

Im Sommer 1947 verloren die Gletscher seit Beginn der Messreihe im Jahr 1914 am meisten Eis. Die starke Gletscherschmelze relativiere zwar die Annahme eines „noch nie dagewesenen“ Gletscherschwundes in den vergangenen Jahren. Dies solle jedoch nicht zu dem Schluss verleiten, dass die aktuelle Klimaerwärmung gar nicht so problematisch für die Gletscher sei, wie bisher angenommen, heißt es in einer Mitteilung der ETH Zürich vom Montag. Denn außergewöhnlich sei nicht die Rate, mit der die Alpengletscher momentan schmelzen, sondern, dass der starke Rückgang nun seit 25 Jahren anhalte.

Hinzu kommt, dass vor rund 30 Jahren temperaturabhängige Rückkoppelungsmechanismen einsetzten. Seither nahm der Niederschlag in Form von Schnee um zwölf Prozent relativ zum Gesamtniederschlag ab und parallel dazu verlängerte sich die Schmelzperiode um etwa einen Monat. Diese Effekte könnten die heute herrschende, im Vergleich zu den 40er Jahren geringere Sonneneinstrahlung bald wettmachen, warnen die Wissenschafter.

Die in der Fachzeitschrift „Geophysical Research Letters“ publizierte Studie hat nun den Einfluss der Sonneneinstrahlung bestätigt. Schuld an der starken Gletscherschmelze ist nach Angaben der Wissenschaftler der hohe kurzwellige Strahlungseintrag in den Sommermonaten. Dieser lag in den 40er Jahren um acht Prozent über dem Langzeitdurchschnitt und um 18 Watt pro Quadratmeter über demjenigen der vergangenen zehn Jahre. Dies habe dazu geführt, dass – über das gesamte Jahrzehnt gemittelt – vier Prozent mehr Eis geschmolzen sei als in den letzten zehn Jahren.

In der Schweiz werden der Schneezuwachs im Winter und die Gletscherschmelze im Sommer an Messstellen auf rund 3.000 Metern auf dem Claridenfirn, dem Großen Aletschgletscher und dem Silvrettagletscher seit nahezu 100 Jahren ununterbrochen gemessen. (AP)

 

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