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„WIE BISMARCK AUF DEN HERING KAM“

Vom Baiser über die Pizza zu den Hamburgern

AP
07.01.2010

Frankfurt/Main (APD) Die Festtage sind vorbei, die Weihnachtsgans und der Silvesterschmaus sind verdaut. Hat sich da jemand Gedanken gemacht beim Essen, warum zum Beispiel das Filet Wellington so heißt, und wie der Kaiserschmarrn zu seinem Namen kam? Das Buch von Petra Foede mit Illustrationen von Daniel Müller enträtselt viele Küchen-Geheimnisse und räumt vor allem auf mit manch einer Legende.

Beim Filet Wellington ist es noch einfach: Der Name stammt von Arthur Wellesley, Herzog von Wellington, dem britischen Feldherrn und Sieger von Waterloo. Allerdings, zur Siegesfeier kam das Filet nicht auf den Tisch. Mode wurde die feine Fleischspeise Ende des 18. Jahrhunderts, als man begann, größere Rindfleischstücke in Teig einzupacken.

Schwieriger und vor allem heikler wird es bei den Würsten: Wer hat sie nun erfunden, die Frankfurter oder die Wiener? Beide Städte nehmen sie für sich in Anspruch. Die Wiener können immerhin einen Erfinder präsentieren, der die Würstchen aber Frankfurter Wiener nannte. Und die Beweislage ist äußerst mager.

Der Hamburger kommt tatsächlich aus Hamburg, auch wenn die Amerikaner glauben machen wollen, sie hätten das Fast Food erfunden. Das Wort schon, aber der Hamburger war ursprünglich eine Frikadelle zwischen Brotscheiben, die notfalls im Stehen gegessen werden konnte. In die USA eingeführt wurde die Speise von deutschen Matrosen, spätestens in den 1870er-Jahren war das Hamburg-Steak in New York dann ein Begriff.

In einer französischen Bäckerei einen „Baiser“ zu verlangen, grenzt an ein unzüchtiges Angebot an die Verkäuferin. Dabei ist ein leichtes Gebäck gemeint aus Eischnee und Zucker, das im Backofen getrocknet wird. In Frankreich heißt es Meringue, und auch die Schweizer nennen es so. Und letztere erheben auch Anspruch auf die Erfindung: Ein italienischer Zuckerbäcker soll es im Ort Meiringen erstmals gebacken und so genannt haben. Später haben es die Franzosen in Meringue verwandelt. Das ist allerdings eine Legende: Die erste Spur der feinen Süßspeise führt nach England.

Auch der Ursprung der Nonnenfürzchen, einem Schmalzgebäck, bleibt im Diffusen. Immerhin kann man ihn in Schwaben ansiedeln. Und wer hat die Pommes erfunden, die Franzosen oder die Belgier? Wie entstand das Fondue, und was hat der Toast Hawaii mit der Südsee zu tun?

Das Buch von Petra Foede gibt zwar nicht auf alle Fragen schlüssige Antworten. Aber die Autorin erzählt amüsant, in kurzen Kapiteln und mit akribisch recherchierten Quellenangaben, wie es denn gewesen sein könnte und was keinesfalls so war. Und warum welches Land so eifersüchtig auf der Erfindung seiner Würste, Torten und Nudeln besteht. Ein aufschlussreiches Buch zum Schmunzeln. (Sonja Kolb)

(Kein & Aber, September 2009, ISBN 978-3-0369-5268-0, 231 Seiten, 14,90 Euro/23,90 SFr.) (AP)

 

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