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GEFÄHRLICHER ZWISCHENFALL

Japanischen Walfängern Piraterie vorgeworfen

Sea Shepherd reicht in Niederlanden Klage ein

AP
09.01.2010

Die Shonan Maru. Foto: AP Photo/Sea Shepherd Conservation Society, JoAnne McArthur

Sydney – Nach dem Zusammenstoß zwischen japanischen Walfängern und Tierschützern in der Antarktis hat Sea Shepherd bei einem Gericht in Amsterdam Klage wegen Piraterie eingereicht. Dieser Vorwurf richtet sich gegen den Kapitän und die Mannschaft des Walfangschiffs „Shonan Maru Nummer 2“, das am Mittwoch ein Boot der Sea Shepherd Conservation Society gerammt hatte, wie Gründungsmitglied Paul Watson am Samstag mitteilte. Die „Ady Gil“ war nach der Kollision, bei der ihr der Bug weggerissen wurde, gesunken.

Die Klage wurde den Angaben zufolge in den Niederlanden eingereicht, weil ein Besatzungsmitglied des havarierten Schiffes von dort stammt und eines der Hauptschiffe von Sea Shepherd dort registriert ist. Laut der Klageschrift, die der Nachrichtenagentur AP vorlag, wird den japanischen Walfängern vorgeworfen, ein Schiff zu einer Gewalttat eingesetzt zu haben. Dies sei ein Akt von Piraterie. Für die sechs Seeleute an Bord der „Ady Gil“ hätte dies den Tod bedeuten können, hieß es weiter. Einer der Betroffenen erlitt bei dem Zwischenfall einen Rippenbruch.

Sea Shepherd erwägt nach eigenen Angaben, die Japaner auch noch in Neuseeland wegen versuchten Mordes anzuzeigen. Ob es für die Klagen allerdings eine Rechtsbasis gibt, war zunächst unklar. Experten zufolge ist der Tatbestand der Piraterie eigentlich nur gegeben, wenn ein Schiff gekapert wird.

Japan tötet – offiziell zu wissenschaftlichen Zwecken – jährlich etwa 1.200 Wale in der Antarktis. Tierschützer sowie mehrere Mitgliedsstaaten der Internationalen Walfangkommission (IWC) wollen dies verhindern. Sie werfen Tokio vor, unter dem Vorwand der Forschung kommerziellen Walfang zu betreiben. (AP)

 

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