Frankenthal (apn) Die Tarifverhandlungen für die rund 550.000 Beschäftigten der deutschen Chemieindustrie haben begonnen. Am Dienstagvormittag startete die erste Verhandlungsrunde für den Tarifbezirk Rheinland-Pfalz und Saarland im pfälzischen Frankenthal. Die Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie will eine deutliche Erhöhung der Einkommen durchsetzen, hat vorab aber auf eine konkrete Prozentforderung verzichtet.
Darüber hinaus will die Gewerkschaft durchsetzen, dass bestehende Arbeits- und Ausbildungsplätze erhalten bleiben. „Nicht alle Unternehmen haben gleichermaßen die Krise zu spüren bekommen“, sagte der Verhandlungsführer der IG BCE, Ralf Sikorski. Die Beschäftigten hätten zudem mit einem hohen Maß an Flexibilität zur Sicherung der Standorte beigetragen: „Eine Nullrunde wird es vor diesem Hintergrund mit der IG BCE nicht geben.“
Die Arbeitgeber hatten eine Entgelterhöhung am Montag abgelehnt. Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands BAVC, Hans Paul Frey, erklärte, die Forderungen nach mehr Geld und sicheren Jobs passten angesichts der Krise nicht zusammen: „Die Chemie-Branche musste den stärksten Produktionseinbruch seit Jahrzehnten verkraften.“ Zwar sei die Talsohle mittlerweile durchschritten, doch seien die Folgen der Krise noch lange nicht überwunden.
Bis zum 26. März wird es regionale Verhandlungen in den acht Tarifgebieten der Chemieindustrie geben. Am 20. und 21. April sollen dann in Würzburg zentrale Verhandlungen auf Bundesebene folgen. (AP)
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