Umweltpolitik - Umweltschutz – Asbesttransporte vorerst gestoppt – Ralph Sommer
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – Umweltpolitik

Einlagerung von Giftmüll Asbesttransporte vorerst gestoppt

Ralph Sommer

27.11.2011

Schwerin/Groß Weeden – Die umstrittenen Asbesttransporte in Norddeutschland sind verschoben worden: Frühestens am Mittwoch kann der Transport in die Deponie Ihlenberg in Mecklenburg-Vorpommern beginnen. Die Regierung in Schleswig-Holstein hatte die Beförderung des asbesthaltigen Mülls bereits in der vergangenen Woche vorerst abgesagt. Mit einem Marsch von Berckenthin nach Groß Weeden protestierten am Sonntag fast 1.000 Schleswig-Holsteiner gegen das Vorhaben.

Der Geschäftsführer der Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft (IAG), Berend Krüger, sagte im Norddeutschen Rundfunk, die Deponie habe die Annahme des Asbestmülls für Montag und Dienstag verweigert. Grund sei eine Kabinettssitzung der Schweriner Landesregierung am Dienstag, auf der die Transporte thematisiert werden sollten. Eigentlich sollten die Laster mit den Abfällen aus der niedersächsischen Stadt Wunstorf bereits ab Montag rollen.

BUND erwägt rechtliche Schritte gegen eventuelle Genehmigung

Die Umweltorganisation BUND forderte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Manuela Schwesig (SPD) auf, die bisher erstellten Gutachten über die angeblich risikolosen Transporte zu prüfen. "Was in Schleswig-Holstein zum Stopp der Transporte geführt hat, nämlich ein parteienübergreifender Konsens, die Risiken noch einmal ausdrücklich zu prüfen, kann doch in Mecklenburg-Vorpommern nicht völlig anders gesehen werden", sagte BUND-Sprecher Arndt Müller. Der BUND und die Bürgerinitiative "Stoppt die Schönberger Deponie" prüften derzeit rechtliche Schritte gegen eine eventuelle Genehmigung.

Insgesamt sollen 170.000 Tonnen Asbest-Scherben und -Schlamm transportiert werden, der größte Teil nach Ihlenberg, der Rest nach Rondeshagen in Schleswig-Holstein. Rund 40 mit Asbestmüll beladene Lkw würden dann täglich allein zur Deponie nach Schönberg in Mecklenburg-Vorpommern rollen. Umweltschützer sprechen vom größten Giftmülltransport in der Geschichte der Bundesrepublik.

Rückstände aus früherer Asbestproduktion

Bei dem Müll handelt es sich um Rückstände, die bis 1990 bei der Herstellung von Asbestprodukten im Werk der ehemaligen Firma Fulgurit in Wunstorf anfielen. Die zum Teil jahrzehntealten Abfälle lagern bislang auf der betriebseigenen, provisorisch mit Mulch ummantelten Halde. Die Umweltbehörde der Region Hannover befürchtet, dass Asbeststaub in die Umwelt gelangen könnte und will deshalb den Asbest beseitigen lassen. Das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Hannover hatte in der vergangenen Woche die Transporte erlaubt, nachdem ein TÜV-Gutachten die Einhaltung erlaubter Grenzwerte bestätigt hatte.

(dapd)

Schlagworte

Webnews einstellen
 
Anzeige
Anzeige