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Islands Vulkanasche Aschewolke sorgt für Verspätungen im europäischen Luftverkehr

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24.05.2011

Brüssel – Die Aschewolke des isländischen Vulkans Grimsvötn hat sich am Dienstag auf die deutsche Küste zubewegt. Die Wolke könnte noch am Dienstag Norddeutschland erreichen, teilte die europäische Luftaufsichtsbehörde Eurocontrol mit. Fluggesellschaften und Passagiere bereiteten sich auf weitere Flugausfälle und Verspätungen in den kommenden Tagen vor.

Schottland und Nordirland seien bereits zum größten Teil unter der Wolke, sagte der stellvertretende Eurocontrol-Leiter Brian Flynn in Brüssel. 252 Flüge seien dort deswegen schon gestrichen worden. Auch in Dänemark und Norwegen war der Flugverkehr gestört.

Der Grimsvötn stieß auch am Dienstag weiter Asche aus, aber weniger stark als in den vergangenen Tagen. Die Aschewolke sei deshalb nicht so dicht, sagte Flynn. Bis Dienstagabend würden aber südliche Teile Skandinaviens, Dänemark und vielleicht auch Teile Norddeutschlands bedeckt sein. Bis zu 500 Flüge müssten deshalb eventuell gestrichen werden. In Europa gibt es täglich etwa 30.000 Flüge.

Die Aschewolke brachte auch schon die Reisepläne von US-Präsident Barack Obama durcheinander. Er und seine Ehefrau Michelle verkürzten ihren Besuch in Irland um einen Tag und flogen schon am Montagabend von Dublin nach London. Eine weitere Beeinträchtigung der Reise Obamas sieht Eurocontrol aber nicht. "Ich denke, er wird seine Europareise wie geplant fortsetzen können", sagte Flynn.

Tagelanges Chaos im vergangenen Jahr

Im vergangenen Jahr hatte eine ähnliche Aschewolke für tagelanges Chaos im europäischen Luftverkehr gesorgt. Die europäischen Luftverkehrsbehörden hatten damals umgehend ein Teil des Luftraums geschlossen, sobald auch nur eine kleine Menge Vulkanasche in der Atmosphäre entdeckt wurde. In diesem Jahr wollten sie differenzierter vorgehen.

So wollten die Luftverkehrsbehörden den Fluggesellschaften detaillierten Informationen über die Position der Asche und ihrer Dichte vorlegen. Wenn eine Fluggesellschaft durch die Wolke fliegen will, kann sie das tun, solange sie die Erlaubnis ihrer eigenen, nationalen Flugsicherung einholt.

Dieser Ansatz sorgte aber bereits für Verwirrung. So beklagte die Gesellschaft Ryanair, die irische Flugsicherung habe die Streichung von Flügen von Irland nach Schottland gefordert. Eigene Messungen hätten jedoch ergeben, dass sich keine Asche in der Luft befinde. Daher bestehe kein Sicherheitsrisiko.

Lufthansa sagt Flüge nach Schottland ab

Einige Fluggesellschaften wollten jedoch kein Riskiko eingehen. British Airways sagte vorsorglich alle Verbindungen zwischen London und Schottland für Dienstagvormittag ab. Auch KLM strich Flüge von und nach Schottland und Nordengland. Die Lufthansa sagte zwei Flüge nach Edinburgh in Schottland ab.

In Norwegen erklärte Flughafenbetreiber Avinor, von der Aschewolke betroffen seien Verbindungen von und zu den Flughäfen Stavanger und Karmoey. Es werde erwartet, dass sich die Aschewolke im Laufe des Tages weiter nach Süden bewegen werde. Die dänischen Behörden schlossen im Nordwesten des Landes den Luftraum unter sechs Kilometer Höhe. In der Region befindet sich kein Flughafen. Trotzdem mussten am Flughafen Kopenhagen Flüge abgesagt werden oder waren verspätet.

(dapd)

 

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