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Astronaut Reiter kämpft noch mit der Schwerkraft

DAPD

23.12.2006

Vor acht Tagen befanden sich der Schwede Christer Fuglesang, links, und Thomas Reiter noch in der Schwerelosigkeit bei einem Gespräch mit der schwedischen Kronprimzessin Victoria. (AP Photo/NASA TV)
Vor acht Tagen befanden sich der Schwede Christer Fuglesang, links, und Thomas Reiter noch in der Schwerelosigkeit bei einem Gespräch mit der schwedischen Kronprimzessin Victoria. (AP Photo/NASA TV)

Berlin – Nach Rückkehr aus dem Weltall hat der deutsche Astronaut Thomas Reiter noch allerhand mit der Schwerkraft zu kämpfen. „Die ersten Stunden sind kein Vergnügen“, sagte er am Samstag in einem ersten Telefon-Interview nach der Landung in Cape Canaveral. Nach einem halben Jahr Schwerelosigkeit sei die Erdanziehung wirklich überwältigend. „Wenn man dann aufstehen muss, fällt das unglaublich schwer.“ Dank des intensiven täglichen Sportprogramms an Bord der Internationalen Raumstation ISS hoffe er aber auf schnelle Anpassung.

„Es ist schön, wieder zurück zu sein, besonders so kurz vor Weihnachten“, sagte Reiter. Das Weihnachtsfest will der 48-Jährige auf jeden Fall mit seiner Familie verbringen, die ihn bei der Landung schon erwartete. Wenn er sich nach Rückkehr nach Houston noch nicht gut genug fühle, um in seiner Wohnung zu feiern, dann gebe es auch eine Art Quarantänestation für einen gemeinsamen Aufenthalt mit der Familie. „Das ist für die Kinder natürlich nicht ganz so schön wie zu Hause“, räumte er ein. „Aber die sind so froh, dass sie ihren Papa wieder haben, da ist das nicht so schlimm.“

Als erstes irdisches Mahl gönnte sich Reiter ein ausgiebiges Frühstück mit Spiegeleiern und Schinken, Kaffee und Orangensaft. Das Essen auf der Station sei zwar vielfältig gewesen, „aber nichts kommt frisch zubereitetem Essen gleich, deshalb war das ein richtiger Gaumenschmaus!“

Von seinem zweiten Aufenthalt im All ist er immer noch hingerissen, begeistert von dem „unglaublich schönen Ausblick“, der einen immer wieder fessele. Die Mission sei im Rückblick schnell vergangen. Neben den interessanten wissenschaftlichen Experimenten seien auch banale Dinge zu tun gewesen wie Saubermachen – „Arbeiten, die nicht so besonders prickelnd sind, aber trotzdem gemacht werden müssen.“ Insgesamt sei die Zeit aber „im Fluge vergangen, im wahrsten Sinne des Wortes“.

Gerne würde Reiter noch ein drittes Mal in den Weltraum fliegen; er weiß aber auch, dass noch andere europäische Kollegen Schlange stehen. „Es wäre schön, wenn es noch mal klappen würde“, räumt er ein. „Aber wenn nicht – ich hatte zwei Missionen, fast ein ganzes Jahr meines Lebens im Weltraum – dann ist das auch in Ordnung.“

(AP)

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