Cape Canaveral – Die Besatzung der US-Raumfähre „Discovery“ hat eine der wichtigsten Aufgaben ihres zwölftägigen Aufenthalts in der Internationalen Raumstation erfüllt: Die Astronauten Robert Curbeam und Christer Fuglesang brachten in einem Außenbordeinsatz eine zwei Tonnen schwere Erweiterung am Spacelab-Modul an. Nach den komplizierten Arbeiten standen schon die nächsten Aufgaben bevor. Die Astronauten wollten die alten Sonnensegel der ISS abbauen und bei einem weiteren Außenbordeinsatz am Donnerstag die Raumstation neu verkabeln.
Bei der Montage in der Nacht zum Mittwoch wurden Curbeam und Fuglesang von den Astronautinnen Sunita Williams und Joan Higginbotham unterstützt, die das neue Teil mit einem Roboterarm der ISS an die richtige Stelle manövrierten. Bis die Erweiterung am Spacelab verschraubt werden konnte, war hoch konzentrierte Maßarbeit notwendig: Es musste an Stellen am ISS-Gefüge vorbeigelotst werden, an denen teilweise weniger als acht Zentimeter Abstand möglich waren. „Wir wollen nicht über den Funk schreien“, sagte Higginbotham nach getaner Arbeit. „Wir sind aber überglücklich.“
Mit der neuen Verkabelung soll die Raumstation an eine leistungsfähigere Stromversorgung mit neuen, rotierenden Sonnensegeln angeschlossen werden. Schwierigste Aufgabe dürfte dabei der Abbau der alten Sonnensegel sein, die wieder zusammengefaltet werden sollen. Das sei wie mit einer Landkarte, sagt NASA-Flugdirektor John Curry. „Eine Karte kann man nie wieder so zusammenfalten, wie man sie gekauft hat. Das geht einfach nicht.“ Der Abbau sollte am Mittwoch beginnen und etwa fünf Stunden dauern.
NASA-Ingenieure teilten unterdessen nach der Überprüfung eines Einschlags an der linken Tragfläche des Shuttles mit, eine weitere gründliche Untersuchung sei nicht notwendig. Sensoren der „Discovery“ hatten auf dem Flug zur ISS den Einschlag geringen Ausmaßes aufgezeichnet. Die Empfehlung der Ingenieure war noch nicht die endgültige Feststellung, dass mit der Raumfähre alles in Ordnung war. Sie wurde von den Astronauten aber als gutes Zeichen begrüßt.
Die „Discovery“ soll am 21. Dezember wieder zur Erde zurückkehren. Mit dabei ist auch der deutsche ESA-Astronaut Thomas Reiter, der dann ein halbes Jahr auf der ISS war. Seine Nachfolgerin als Mitglied der ständigen Besatzung ist die US-Astronautin Williams.
http://www.spaceflight.nasa.gov/
(AP)
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