München - Auch ein BMW-Einkaufsmanager soll sich von dem französischen Zulieferer Faurecia schmieren lassen haben. Der Münchner Oberstaatsanwalt Anton Winkler sagte am Dienstag: «Wir haben ein Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Faurecia und BMW.» Objekte von Faurecia in München und einer anderen Stadt seien im Mai durchsucht worden.
Der ehemalige BMW-Abteilungsleiter aus München sei schon seit einem Jahr in Untersuchungshaft. Er soll von mehreren Zulieferfirmen für Aufträge insgesamt mehrere 100.000 Euro in bar verlangt haben. Dabei sei es um Teile für den 3er-BMW und den Mini gegangen. Im Zuge dieser Ermittlungen sei man schließlich auch auf Faurecia gestoßen, erklärte Winkler.
Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittle gegen den 55-jährigen einstigen BMW-Einkaufsleiter und gegen einen seiner damaligen Mitarbeiter. Mit der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main, die gegen VW- und Audi-Einkaufsmanager sowie Faurecia-Mitarbeiter wegen Korruption ermittelt, sei jetzt Kontakt aufgenommen worden.
Der BMW-Abteilungsleiter war nach einem Hinweis der Finanzbehörden aufgeflogen, nachdem er von einem Zulieferbetrieb bei Zwickau in Sachsen den Ermittlern zufolge Schecks über rund 100.000 Dollar kassiert hatte. Der mittelständische Betrieb produzierte Ledersitzbezüge und Seitenverkleidungen für den Mini und für VW.
(AP)
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