Umwelt – Auch das zweite Nürnberger Eisbärenbaby ist tot – DAPD
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Eisbärenaufzucht misslungen Auch das zweite Nürnberger Eisbärenbaby ist tot

DAPD

13.12.2008

Die drei Monate alte Eisbärin 'Flocke' und ihr Tierpfleger Horst Mausner, links, am Sonntag, 13. April 2008 im Freigehege des Tiergartens Nürnberg. (AP Photo/Andreas Beil)
Die drei Monate alte Eisbärin 'Flocke' und ihr Tierpfleger Horst Mausner, links, am Sonntag, 13. April 2008 im Freigehege des Tiergartens Nürnberg. (AP Photo/Andreas Beil)
Flocke im April im Zoo von Nürnberg. (AP Photo/Diether Endlicher)
Flocke im April im Zoo von Nürnberg. (AP Photo/Diether Endlicher)

Nürnberg – Trauer im Nürnberger Zoo: Auch der zweite der neugeborenen Eisbärenzwillinge ist tot. Nachdem am Montag bereits das erste der Ende November geborenen Bärenbabys gestorben war, mussten die Zoomitarbeiter am Freitagnachmittag auch den Tod seines Geschwisters feststellen, wie der Zoo am Samstag mitteilte. Das Tier siechte in kurzer Zeit dahin, die Ursache war zunächst unklar.

Die beiden Geschwister des berühmten Eisbärenkindes Flocke, das am Donnerstag ein Jahr alt wurde, kamen am 21. November überraschend zur Welt. Erst wenige Tage zuvor hatte der Zoo mitgeteilt, dass Flockes Mutter Vera wieder trächtig sei. Die Tierpfleger konnten die Babys über eine in ihrer Wurfbox installierte Kamera beobachten. Am Montag starb dann das erste Jungtier, das laut Zoo leichter und schwächer als sein Zwilling wirkte.

Laut Mitteilung des Zoos gab es bereits am späten Freitagvormittag erste Anhaltspunkte, dass das noch lebende Eisbärenbaby schwächer wurde. Gegen 14.00 Uhr sei Vera plötzlich sehr aufgeregt geworden, habe ihre Höhle verlassen, sei erregt schnaubend zurückgekehrt und habe ihr Nest umgebaut. Dabei hätten Mitarbeiter über die Videobeobachtung kurz das Jungtier sehen können, das keine Töne mehr von sich gegeben habe und tot gewesen sei.

Vera habe sich gegen 17.00 Uhr schlafen gelegt. „Sie wird bisher nicht gestört, damit sie ohne Beeinträchtigung von außen den Tod des Jungtieres begreifen und verarbeiten kann“, hieß es am Samstagvormittag. Ob das Baby noch im Strohlager liege, sei nicht zu erkennen. Vera verlasse hin und wieder die Höhle, kehre aber stets zurück „und verhält sich so, als suche sie immer noch ihr Junges“.

Tier war ausreichend mit Milch versorgt

Die Höhle werde erst dann inspiziert, wenn das Muttertier anzeige, dass es mit der Aufzucht abgeschlossen habe, teilte der Zoo mit. Bis dahin werde sie nicht gestört. „Ich bedaure den negativen Verlauf der zweiten Aufzucht der mit sechs Jahren noch jungen Mutter sehr“, erklärte Zoodirektor Dag Encke. „Vera hatte regelmäßig gesäugt, und das Jungtier hatte nach jedem Saugakt geschlafen, so dass es als sicher gilt, dass es ausreichend mit Milch versorgt war. Die Ursache für das schnelle Dahinsiechen des Jungtieres am gestrigen Nachmittag ist nicht bekannt.“ (AP)

 

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