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28.02.2007
Ingolstadt – Mit scharfen Worten hat der neue Audi-Chef Rupert Stadler hat die Kritik von Umweltschützern an den deutschen Automobilherstellern zurückgewiesen. Die deutschen Hersteller lebten insbesondere von der Produktion großer, sportlicher Fahrzeuge, betonte Stadler am Mittwoch bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2006. „Wir sind keine Sozialhilfestation, wir sind ein Wirtschaftsunternehmen“, fügte er hinzu.
Das von der EU-Kommission vorgegebene Ziel von 120 Gramm Kohlendioxid je Kilometer im Flottendurchschnitt sei für einen Hersteller wie Audi schon rein physikalisch nicht machbar. „Sie können die Physik nicht betrügen“, betonte Stadler. „Ich kenne keinen David Copperfield in der Automobilindustrie.“ Tonnen schwere Oberklassefahrzeuge könnten auf diese Weise nicht angetrieben werden.
„Das Thema Co2 ist nun hinreichend plattgetreten in der Öffentlichkeit, die Gesellschaft wird in einigen Wochen wieder auf den Boden der Realität zurückkehren“, sagte Stadler. „Wir brauchen Mobilität und wir leben von der Mobilität.“
Stadler betonte, beim Klimaschutz keine Furcht vor Konsequenzen der EU-Kommission zu haben. „Brüssel wird sich drei Mal überlegen, ob sie uns ärgern wollen“, sagte der Audi-Chef. Er bedauere, dass die Klimaschutzdiskussion nur im Umweltausschuss der EU-Kommission geführt werde und nicht im Gremium für Industriepolitik. Es mache keinen Sinn in der Klimaschutz-Diskussion die deutsche Autoindustrie zu verteufeln. „Wenn sie die drei Tophersteller Audi, BMW und Mercedes verbannen, haben Sie 1,5 Prozent weniger CO2, aber Sie machen die Industrie kaputt.“
Die von Umweltschützern propagierte Meinung, Hybridantriebe seien besser als die Motoren der deutschen Hersteller sei „Humbug“, betonte Stadler: „Das kann Ihnen jeder Ingenieur bestätigen.“ Es sei „pure Heuchelei“, wenn einige Hollywood-Stars permanent um die Welt jetteten und tonnenweise CO2 in die Luft pusteten und dann zu Hause in Los Angelos in einen Toyota Prius einstiegen, kritisierte Stadler.
Der neue Audi-Chef versprach dennoch, dass sein Unternehmen mit seinen Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen bis 2015 der umweltverträglichste Premiumhersteller der Welt sein werde. Der 43-jährige Stadler hatte an der Audi-Spitze im Januar Martin Winterkorn abgelöst, der Chef des Volkswagen-Konzerns wurde.
(AP)
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