Kultur – Auf jeder Bühne glücklich – Uwe Käding
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Mitbegründer von Pink Floyd Auf jeder Bühne glücklich

Uwe Käding

15.09.2008

David Gilmour, Nick Mason und Richard Wright (v.l.) in New York, USA im Jahre 1988. (AP Photo, File)
David Gilmour, Nick Mason und Richard Wright (v.l.) in New York, USA im Jahre 1988. (AP Photo, File)
Ein Foto aus dem Jahre 1967 zeigt die Bandmitglieder von Pink Floyd (v.l.): Roger Waters, Nick Mason, Syd Barrett, und Richard Wright. (AP Photo, File)
Ein Foto aus dem Jahre 1967 zeigt die Bandmitglieder von Pink Floyd (v.l.): Roger Waters, Nick Mason, Syd Barrett, und Richard Wright. (AP Photo, File)

Frankfurt/Main – Zuletzt war Richard Wright noch mit seinem alten Freund David Gilmour unterwegs. Wenn er an seinen Keyboards den charakteristischen psychedelischen Sound alter Pink-Floyd-Klassiker anschwellen ließ, jubelte das Publikum schon vor dem ersten Einsatz von Gilmours Gitarre: Wright, der am Montag im Alter von 65 Jahren einem Krebsleiden erlag, hatte mit seinem kreativen Spiel Pink Floyd nicht weniger definiert als der geniale Syd Barrett, Waters Konzeptalben und Gilmours Hang zur Perfektion.

Wie Schlagzeuger Nick Mason geriet er im Machtkampf später zwischen Waters und Gilmour in den Hintergrund. Dass ohne ihn aber Pink Floyd nicht funktioniert, stellte sich auf dem Höhepunkt der Krise schon in den 80er Jahren heraus: Auf Druck von Waters bei der Produktion von „The Wall“ 1981 gefeuert, machte er die Tournee als „Angestellter“ mit. Das letzte Album mit Waters, „The Final Cut“ 1983, ist das einzige, bei dem Rick Wright nicht mitspielte. Es gilt nicht als das stärkste Pink-Floyd-Album.

Zusammen mit dem inzwischen ebenfalls verstorbenen Barrett gründeten Waters, Wright und Mason 1965 Pink Floyd. Damals war Barrett der kreative Kopf der Gruppe, Wright schrieb aber dennoch zwischen 1967 und 1968 mehrere Songs. Er sang Barretts „Astronomy Divine“ und „Matilda Mother“. Aber Barretts Zeit bei Pink Floyd war bereits 1967 vorbei; für ihn kam Gilmour in die Band, die, wie Mason in seinem Buch „Inside Out“ schrieb, sich einem „lüsternen Streben nach Erfolg“ hingab.

Nur zwei Soloalben in mehr als vier Jahrzehnten

Den vielleicht größten musikalischen Einfluss hatte Wright in den Jahren vor dem kommerziellen Durchbruch als Supergruppe mit dem Album „The Dark Side of The Moon“ 1973. Für diesen musikalischen Dauerbrenner schrieb er „The Great Gig In The Sky“ und „Us And Them“, in der wahrhaft experimentellen Phase davor prägte er mit instrumentalen Kompositionen wie „Interstellar Overdrive“, „A Saucerful of Secrets“, „Careful With That Axe, Eugene“ und dem treibenden „One Of These Days“ Sound und Selbstverständnis von Pink Floyd mit. Die Fans der Gruppe waren ihm und Gilmour bei dessen letzter Tour vor allem für die ungekürzte Aufführung von „Echoes“ dankbar: In dem langen Titel entsteht alles aus einem echolothaften hohen Keyboard-Klang.

Nach dem Ausstieg von Waters holte Gilmour Wright in die Gruppe zurück. Aus vertraglichen Gründen erschien aber sein Foto 1987 nicht auf dem Album „A Momentary Lapse of Reason“, sein Name wurde kleiner als der von Gilmour und Mason gedruckt. Für „Division Bell“ 1994 schrieb er fünf Lieder.

Unter seinem Namen veröffentlichte Wright nur zwei Alben: „Wet Dream“ 1987 und 1996 „Broken China“. Als im Juli 2005 Pink Floyd mit Waters und Gilmour auf dem Live-8-Konzert in London spielten, hofften Fans in aller Welt auf eine Reunion der Gruppe. Aber Gilmour ging nicht nur zu Waters, sondern auch dem Projekt Pink Floyd auf Distanz; er nahm Wright aber auf seiner Solotournee mit, von der ein Auftritt in Danzig vor zwei Jahren gerade in dieser Woche als CD-DVD-Paket veröffentlicht werden soll.

Wright sagte 2006 in einem Interview, er sei auf jeder Bühne glücklich. „Und wann immer Dave möchte, dass ich mit ihm spielen werde, werde ich glücklich sein, mit ihm zu spielen“. Zuletzt bemühte sich auch Waters wieder um seine Keyboard-Arbeit bei seinen Tourneen mit Pink-Floyd-Material.

Mit Wrights Tod ist das Thema einer Pink-Floyd-Reunion endgültig vom Tisch. Waters und Gilmour müssen sich fragen, ob sie ihre Fehde nicht zu sehr auf Kosten einer musikalischen Einheit ausgetragen haben, die vielleicht noch mehr stilbildende Musik hätte herausbringen können.

Richard Wright, ein Gentleman der Rockmusik, wurde am 28. Juli 1943 in London geboren. Seine Erkrankung war seit Wochen Insidern bekannt; sein Tod am Montag kam aber dennoch, wie aus diesen Kreisen verlautete, überraschend. (AP)

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