Aktuelle Nachrichten – Welt
07.03.2010
Jos (apn) Bei einem neuen Gewaltausbruch zwischen Muslimen und Christen in Nigeria sind nach Augenzeugenberichten mehr als 200 Menschen getötet worden. Die meisten Leichen, die in den Straßen des Dorfes Dogo Nahawa lägen, seien von Frauen und Kindern, schilderte der unabhängige Reporter Yemi Kosoko am Sonntag. Sie seien offenbar mit Macheten niedergemetzelt worden.
Nach Angaben des Roten Kreuzes umstellten Soldaten zeitgleich mehrere Dörfer, in denen es zu Massakern gekommen sein soll. Noch habe man keine genaue Opferzahl, sagte der Rote-Kreuz-Sprecher Robin Waubo. Aber Mitarbeiter seien in Leichenhallen entsandt worden.
Zu dem Blutbad kam es laut Augenzeugen gegen 03.00 Uhr am Sonntagmorgen. Zu der Stunde gilt in dem überwiegend von Christen bewohnten Dorf wenige Kilometer vor der Stadt Jos eigentlich ein Ausgehverbot, und Soldaten sollten patrouillieren. Warum dies offenbar nicht der Fall war, blieb zunächst offen. Waubo mutmaßte, es müsse sich um Vergeltungsaktionen gehandelt haben.
Die Unruhen in und um Jos waren am 17. Januar ausgebrochen. In den ersten Wochen der Gewalt wurden schon rund 300 Menschen getötet. (AP)