Aktuelle Nachrichten – China - Wirtschaft
22.01.2013
Foto: Wang Zhao/AFP/Getty Images
Ob die neuesten Statistiken für ausländische Direktinvestitionen (FDI) in China dem Investor eine pessimistische oder optimistische Prognose vermitteln, hängt davon ab, ob die Daten dazu aus China stammen oder aus den Vereinigten Staaten. Statistische Informationen über das FDI in China sind kaum vorhanden, da der Großteil der Daten aus China kommt. Die Informationen werden von wenigen Wissenschaftlern und Analysten ausgewertet und die Medien bringen nichts Neues.
Das Handelsministerium des chinesischen Regimes gab an, dass zwischen Januar und Oktober 2012 20.021 neue Direktinvestitionen aus dem Ausland gebilligt wurden. Das wäre, verglichen mit dem gleichen Zeitraum vom Jahr 2011, ein Rückgang von 10,49 Prozent. Der Wert des FDI belief sich auf 91,7 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang von 3,45 Prozent.
Wenn obige FDIs auf die einzelnen Regionen verteilt werden, wurden 15.852 neue Firmen von Investoren aus 10 asiatischen Ländern, darunter Hongkong, Macao und Taiwan, gegründet. Das ist ein Rückgang von 12,22 Prozent zum Vorjahr. Investoren aus den Vereinigten Staaten investierten in 1.128 neue Firmen, ein Rückgang zum Vorjahr von 6,39 Prozent. 1.418 Firmen wurden von Investoren aus der Europäischen Union gegründet, was einer Zunahme von 2,75 Prozent entspricht.
Vertrauen in chinesischen Markt geht zurück
„Die vom Handelsministerium herausgegebenen FDI-Statistiken zeigen eine Verlangsamung der FDI-Zuflüsse und ein Abrutschen des Wachstums in die Verlustzone. Im Januar-Bericht der Webseite der Rhodium Group ist zu lesen, dass dieses Nachlassen von vielen auf ein schwindendes Vertrauen in den chinesischen Markt zurückzuführen ist und sie die Sorgen bezüglich einer harten Landung bestätigt sehen“.
Während das chinesische Handelsministerium eine Verlangsamung des FDI nach China hinein bescheinigte, scheint Chinas Zentralbank, die People’s Bank of China (PBOC), für das dritte Quartal 2012 beim Zufluss von ausländischem Kapital in die chinesische Wirtschaft, gerade das Gegenteil erkennen zu lassen. Sie nimmt die Zahlungsbilanz des dritten Quartals und hat eine andere Methode, wie sie den FDI-Zufluss ermittelt. „Statistiken der Zentralbank für jene Zuflüsse zeigen ein wesentlich optimistischeres Bild vom FDI mit einem positiven Wachstum von Januar bis September“, heißt es in dem Bericht der Rhodium Group. Die Daten des Handelsministeriums berücksichtigen nur den neuen Kapitalzufluss, aber nicht die Gewinne ausländischer Firmen in China, die reinvestiert wurden und die die FDI-Daten positiv beeinflussen dürften. Die Daten über ausländischen Kapitalzufluss und Kapitalabfluss berücksichtigen nicht die Reinvestition des Gewinns, der im Land bleibt und das FDI verbessern könnte. „Die FDI-Zahlen des Handelsministeriums erfassen nur neue Projekte aus dem Ausland, vernachlässigen aber reinvestierte Gewinne ausländischer Firmen, die bereits in China operieren“, besagt der Bericht der Rhodium Group.
FDI-Daten, die aus China kommen, sind nicht vergleichbar mit Daten, die außerhalb von China gesammelt und publiziert werden, wie die Rhodium Group berichtete. Jede Analyse sollte deshalb mit einer gewissen Vorsicht betrachtet werden. „Die Unterschiede in den FDI-Daten dienen als wichtige Erinnerung, dass Chinas Wirtschaftsstatistiken noch nicht mit den internationalen Standards übereinstimmen“, besagt der Bericht der Rhodium Group.
Statistiken können unterschiedlich interpretiert werden. Es hängt davon ab, wie sie erstellt und präsentiert wurden. Vorhergesagte und aktuelle Zahlen können sich an den jeweils gegensätzlichen Enden befinden. „Diese Uneinheitlichkeit erlaubt es den Bullen und Bären, die Zahlen für sich herauszupicken, die besser in die jeweilige Geschichte passen. Besonders Statistiken über grenzüberschreitende Kapitalflüsse sind oft nicht vergleichbar mit ähnlichen Indikatoren anderswo“, warnt die Rhodium Group.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Chinas Haltung zu Investitionen
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