Sydney – Ein australischer Richter hat am Dienstag den japanischen Walfang vor der Antarktis verboten. Die eher symbolische Entscheidung von Bundesrichter James Allsop richtete sich gegen das Unternehmen Kyodo Senpaku Kaisha, das die Schiffe der japanischen Walfangflotte betreibt. Diese jagt zurzeit Buckel-, Finn- und Zwergwale, die im Rahmen einer Ausnahmeregelung der Internationalen Walfangkommission (IWC) für wissenschaftliche Zwecke erlaubt wurde.
Ein japanisches Walfangschiff in der Antarktis setzte unterdessen zwei Aktivisten fest, die illegal das Schiff betreten hatten. Ein Australier und ein Brite hätten die „Yushin Maru No. 2“ geentert und würden im Büro des Schiffes festgehalten, erklärte das japanische Walforschungsinstitut. Es wies Berichte der Organisation Sea Shepherd zurück, die Aktivisten seien an das Schiff gefesselt worden. Die Männer hätten vielmehr Säureflaschen auf das Deck geworfen. Sea-Shepherd-Gründer Paul Watson erklärte dagegen, die beiden Aktivisten seien angegriffen und gefesselt worden. Sie hätten lediglich versucht, dem Kapitän einen Brief zu übergeben. Darin sollte er darüber informiert werden, dass er illegal Wale jage.
Der Richter in Australien folgte einem Antrag der Humane Society International. Die Entscheidung verbietet das „Töten, Verletzen, Entnehmen oder Stören von jeglichen Zwerg-, Finn- und Buckelwalen im australischen Walschutzgebiet“. Dieses Schutzgebiet wird von Japan wie von vielen anderen Ländern nicht anerkannt. Auch hat die japanische Regierung schon vor dem Urteil erklärt, dass sie eine solche Entscheidung nicht beachten werde. Das Schutzgebiet erstreckt sich 200 nautische Meilen um ein von Australien beanspruchtes Gebiet in der Antarktis und im südlichen Pazifischen Ozean. (AP)
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