„Und täglich grüßt das Murmeltier“

Am 2. Februar ist wieder Murmeltiertag!
Punxsutawney / USA feiert einen der beliebtesten Jahrestage

„Und täglich grüßt das Murmeltier“, die Filmkomödie der neunziger Jahre wird anlässlich des alljährlichen Murmeltiertages am 2. Februar in den USA immer wieder aufgeführt. Dieser Tag gehört zu den beliebtesten Jahrestagen in den USA. An diesem Tag strömen bis zu 30.000 Besucher in den 7000 Einwohner zählenden Ort mit dem kaum aussprechbaren Namen Punxsutawney. Dort wird auf dem Hügel Gobbler´s Knob jedes Jahr eine ganz besondere Art der Wettervorhersage gemacht. Anhand des Verhaltens eines Murmeltieres, das aus seinem Winterschlaf erweckt wird, soll das Wetter in den folgenden 6 Wochen abgeschätzt werden: Bleibt es winterlich kalt oder naht der Frühling? Nach Aufzeichnungen wurde dieser Brauch 1887 erstmals vollzogen und wird auf deutsche Einwanderer zurückgeführt. Nach anderen Quellen geht dieser Tag auf einen schottischen Vers zurück: „If Candlemas Day is bright and clear, there’ll be two winters in the year.“
PUNXSUTAWNEY
Wer hat ihn nicht gesehen, Bill Murray in der Rolle des Phil Connors, wie er jeden Morgen erneut aufwacht und den Wecker ausstellt. „Und Täglich grüßt das Murmeltier“ ist eine unauffällige Komödie, die jedoch in seinem Humor zeitlosen Wert gefunden hat. Welch seltsame Wetterregel, dass der Winter für eine ganze Region durch ein einzelnes Murmeltier in Punxsutawney, Pennsylvania, vorhergesagt wird, indem das pussierliche Tierchen seinen Schatten sieht oder eben nicht. Aber dieses Murmeltier lehrte dem arroganten TV Wetteransager Phil Connors zunächst das Fürchten und später gutes Benehmen.
Mag es auch weit hergeholt sein, dass sich der Ablauf des einen Tages im Leben des Phil Connors täglich wiederholt, auf der anderen Seite hebt der Film auch die beneidenswerten Vorteile dieser seltsamen Besonderheit hervor. Der Film serviert es dem Zuschauer auf der Leinwand (oder dem Bildschirm), und man lacht unweigerlich über das Varieté des Lebens, welches einem vorgeführt wird. Phil denkt, egoistisch wie er eben von Beginn des Filmes an war, dabei zunächst nur an sich und versteht rasch die Vorteile dieser eigentümlichen Fügung für sich zu nutzen. Er frönt seinem Appetit, als gäbe es kein „morgen“ und verstößt gegen jede Diätregel. Er mausert sich zum Spezialisten für Affären, verschafft sich durch Diebstahl das nötige Kleingeld für seine 24 Stunden, die er jeden Tag hat, und – verzweifelt letztendlich an seinem Leben. Kein Entrinnen, kein Fortkommen! Immer wieder von vorne, ohne Hoffnung auf ein besseres Leben. Er verliert jede Hoffnung und sucht durch Selbstmord diesem Kreislauf zu entrinnen. – Doch auch das scheitert! Auf wunderliche Art und Weise erwacht er an jedem nächsten Tag erneut zum Leben, um dieselben 24 Stunden des einen Murmeltiertages zu erleben. Man entwickelt als Zuschauer irgendwie Mitleid mit Phil.
„Heute ist Morgen.“
Aber der Zuschauer macht noch eine andere Entdeckung. Phil lernt dazu!
Nachdem der Wetteransager erkannt hat, dass es kein Entrinnen aus diesem Kreislauf gibt, dass sich jeder Zyklus mathematisch genau wiederholt und er sich in einer Art Zeitschleife befindet, ändert er seine Einstellung zum Leben. Er beginnt zunächst an andere zu denken! Wenn er diesem Teufelskreis schon nicht entrinnen kann, so entscheidet er sich dafür, an seine Mitmenschen zu denken und ihnen das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Er schließt dutzende Versicherungen ab und macht auf diese Weise einen Versicherungsmakler zum glücklichsten Mann auf Erden, er hilft zwei alten Damen, die eine Autopanne haben, durch unverzüglichen Reifenwechsel, fängt einen Jungen auf, der gerade von einem Baum fällt (und sich für diese Rettung bisher noch nie bei Phil bedankt hat), gibt einem Obdachlosen, der am Ende des Tages normalerweise verstirbt, warme Unterkunft und Nahrung, und – findet daran gefallen. Er lernt Klavier und erfreut andere Menschen durch seine musikalische Unterhaltung.
Sein Tagesablauf und sein Zeitplan wird auf diese Weise „von Tag zu Tag“ immer reichhaltiger, und er hat alle Hände voll zu tun. Darüberhinaus lernt er, dass man wahre Liebe nicht erzwingen oder durch Tricks erschleichen kann. Erst nachdem er lernt, keinen Zwang mehr auf die von ihm verehrte Produzentin, gespielt von Andie McDowell, zu legen, entwickelt die von ihm Verehrte aufrichtiges Mitgefühl, was ihn dann zum Schluß wie in einem Märchen erlöst. So ertönt dann der auch für die Zuschauer erlösende Ausruf: „Heute ist Morgen.“
Aber wer bis zu diesem Zeitpunkt gedacht hatte, das ist alles frei erfunden und entbehrt jedem Realitätsbezug, der möge eines besseren belehrt sein. Im Internet gibt es zahlreiche Webseiten über den Groundhog Day (z.B. http://www.groundhog.org/) und erst vor kurzem gab es eine politische Diskussion über die Kosten dieses alljährlichen Festes. Und wenn man spirituelle Lehren über Wiedergeburt, Karma und Vergeltung liest, dann stellt man eine verblüffende Ähnlichkeit zwischen einem Tag im Leben des Phil Connors und einem üblichen Lebenszyklus fest. Danach hat der Zuschauer in knapp 100 Minuten Zeit, sich das anzuschauen, was nach spirituellen Lehren, Jahrtausende dauert und zahlreiche Reinkarnationen beinhaltet. So kann man denn auch schmunzelnd feststellen, dass das pussierliche Murmeltier seinen Schüler Phil Connors erst dann entlässt, nachdem dieser seine Lektion gelernt hat und von jedem persönlichen Vorteilsstreben losgelassen hat. – Am 2. Februar ist wieder Murmeltiertag!

Eine wunderschöne Aussicht kann diese Frau genießen, während sie im Algonquin Park in der kanadischen Provinz Ontario durch einen Teppich von Lilien paddelt.
Über 1.500 Kilometer an Kanuruten durch hunderte von Seen und Flüssen können Besucher in einem der bekanntesten Naturparks Kanadas, rund 300 Kilometer nördlich von Toronto, erforschen. (Bild – AP)

Erster Papst-Besuch einer Synagoge in Deutschland

Benedikt XVI. verurteilt Nationalsozialismus und Antisemitismus – Spiegel sieht historisches Ereignis

Köln – Historischer Besuch in Köln: Am Rande des XX. Weltjugendtages kam Papst Benedikt XVI. am Freitag in die Kölner Synagoge. Der deutsche Papst besuchte damit als erstes katholisches Kirchenoberhaupt ein jüdisches Gotteshaus in Deutschland. In seiner Ansprache verurteilte er den Nationalsozialismus und jede Form des Antisemitismus in schärfster Form. «Die katholische Kirche tritt ein für Toleranz, Respekt, Freundschaft und Frieden unter allen Völkern und Kulturen», betonte Benedikt.

Der Papst versprach, den von seinem Vorgänger Johannes Paul II. eingeschlagenen Weg zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Juden und Christen «mit voller Kraft» weiterzugehen. «Wir müssen uns noch viel mehr und viel besser gegenseitig kennen lernen», sagte er. Leider tauchten derzeit wieder Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit auf. Dies sei «Grund zur Sorge und zur Wachsamkeit», sagte der Papst, der sich zum Weltjugendtag noch bis Sonntag in Köln aufhält.

Gemeindevorstand Abraham Lehrer hatte das katholische Kirchenoberhaupt als «größten Brückenbauer» zwischen den Religionen begrüßt. Benedikt XVI. stehe für Akzeptanz und Toleranz gegenüber dem Judentum. «Ich hoffe, dass ihr Besuch heute dazu beiträgt, den gesamten Kirchenkörper zu erfassen und (dass) ihre Einstellung die gesamte Kirche durchdringt», sagte Lehrer. Denn leider gebe es noch immer auch in der Kirche Antisemitismus. Der Rabbiner der Gemeinde, Netanel Teitelbaum, nannte den Besuch «ein Zeichen gegen den früheren kirchlichen Antisemitismus». Zu Beginn seines Besuchs hatte der Papst gemeinsam mit den Gemeindevertretern der Opfer des Holocaust gedacht.

«Tief beeindruckt» zeigte sich der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, nach dem Besuch: «Das war ein historisches Ereignis, noch spätere Generation werden sich dankbar daran erinnern.»

«Was immer noch beim Weltjugendtag kommt – ich bin sicher, dass dieser Besuch zu den Höhepunkten zählt», sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann. Auch Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro-Valls äußerte sich lobend über das Ereignis: «Das ist ein Dialog, der sich auf die Zukunft richtet», sagte er.
EKD-Ratschef erinnert an Pflicht zu ökumenischer Einheit

Zu einem weiteren ökumenischen Höhepunkt kam es am Abend, als sich der Papst mit evangelischen und orthodoxen Kirchenvertretern traf. Dabei erinnerte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, an die Verpflichtung der Christen, nach ökumenischer Einheit zu streben. Laut vorab verbreitetem Redetext nannte Huber unter anderem die Situation von Menschen in konfessionsverschiedenen Ehen als einen zentralen Punkt im Gespräch zwischen den Kirchen.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, wies auf die Grenzen der Zusammenarbeit zwischen den Konfessionen hin. Wer ihn kenne, wisse, dass der Papst sorgfältig erarbeiteten Einsichten treu bleibe, sagte Lehmann laut Redetext. Dies könne nicht auf Kosten der Wahrheit und auch nicht ohne Rücksicht aufeinander geschehen, fügte er hinzu.

Zuvor hatte Benedikt bei einer feierlichen Vesper in der Kirche Sankt Pantaleon rund 3.000 Priesteramtskandidaten aus aller Welt getroffen. Zu Beginn des zweiten Tages seiner Deutschland-Visite hatte sich der Papst am Morgen zu einem Vier-Augen Gespräch mit Bundespräsident Köhler in der Villa Hammerschmidt in Bonn getroffen. Das Mittagessen nahm Benedikt zusammen mit Jugendlichen aus aller Welt ein.
AP-Korrespondent Stephan Köhnlein

Gepeinigter Drache

Chinas Menschenrechte im Spätstadium der KP-Herrschaft

Vollstreckung des Todesurteils an einer jungen Frau in China. Titelfoto des Buches "Gepeinigter Drache" von Thomas Weyrauch, (Longtaiverlag)Vollstreckung des Todesurteils an einer jungen Frau in China. Titelfoto des Buches "Gepeinigter Drache" von Thomas Weyrauch, (Longtaiverlag)

In seinem Buch über Chinas Menschenrechte im Spätstadium der KP-Herrschaft beginnt der Autor Thomas Weyrauch ohne Umschweife: ‚Nach Höchstschätzungen seriöser Wissenschaftler beträgt der Blutzoll von Chinesen, verursacht durch die Kommunistische Partei Chinas, fast 200 Millionen Opfer. Auch bei der Gegenüberstellung zu Tiefstschätzungen verbleiben 59 Millionen Menschen, die durch die KP auf unnatürliche Weise den Tod fanden.’ Und er fragt weiter: ‚Ist es Geschichte oder hält das Töten an? Trifft es zu, dass in der Zeit der ‚Liberalisierung’ seit 1976 bis heute zwischen 2 und 13 Millionen Menschen als unterversorgte und gepeinigte Gefangene entkräftet gestorben oder als zum Tode verurteilte Menschen, oft nach ungerechten Verfahren, hingerichtet wurden? Wird in China trotz Unterzeichnung von internationalen Abkommen noch gefoltert?’
Jurist von Hause aus und durch ein Leben in China und eine spürbare Empathie mit den Chinesen geprägt, legt der Autor mit differenzierender Klarheit die Finger nicht nur auf die Wunden des gepeinigten Drachens; er durchteilt ebenso die Nebelwände westlicher Illusionisten, die wegen ökonomischer Interessen oder aus Angst vor einem eventuell entstehenden Chaos einen Status quo aufrecht erhalten wollen.

Weyrauch hält einen historischen Rückblick auf die philosophischen Staatstheorien des Konfuzianismus und die ethischen Normen des Daoismus und Buddhismus und entkräftet dadurch auch die von Westlern gern nachgebetete Propaganda der KP-Führer, dass es Menschenrechtstraditionen im asiatischen Raum nicht gäbe.
Der Autor lässt die Haltung der Bundesregierungen gegenüber China in den letzten 20 Jahren Revue passieren. Von Kohl über Kinkel bis zu Schröder und zu Fischer, der als Einziger gelobt wird für sein offenes und öffentliches Eintreten für Menschenrechte in China.
‚Schlimmste Übel und erkennbaren Schrecken’ nennt er die Kapitel über Menschenrechtsverletzungen in Tibet und anderen eigentlich autonomen Regionen, über die Verfolgung der Oppositionellen und Gläubigen von den protestantischen Hauskirchen über romtreue Katholiken bis zu Falun Gong. Im Detail und gut belegt schildert er Einzelschicksale und hütet sich davor in Aggression abzugleiten.
Der Autor spricht mit dem Menschenrechtler Harry Wu über das in China übliche ‚Ernten’ von Organen vor oder nach Vollstreckung der Todesstrafe. Die zitierte Aussage zu den Organentnahmen lässt dem Leser allerdings das Blut in den Adern gerinnen. Er spricht mit der Falun Gong-Praktizierenden Xiong Wei über die von ihr erlittene Folter und die Qualen in den Zwangsarbeitslagern. Diese Folter findet mit staatlicher Billigung und Belobigung täglich weiterhin statt, auch das belegt er mit chinesischen Veröffentlichungen. Er kann aber auch berichten, dass wenigstens Frau Xiong inzwischen mit Unterstützung der Bundesregierung ausreisen konnte und in Deutschland Asyl erhalten hat. Er spricht mit Wei Jingsheng, dem bekanntesten Dissidenten Chinas, über die Kriegstreiberei der VR China gegenüber Taiwan und deren wahre Bedeutung.
{W}Thomas Weyrauch hat zusammen mit anderen schon 1995 ein Buch mit dem Titel ‚Wei Jingsheng – Ein Leben für die Demokratie’ herausgegeben. Es sollte die Öffentlichkeit über die chinesische Demokratiebewegung und den inhaftierten Wei informieren, um durch öffentlichen Druck Weis Freilassung herbeizuführen. Das gelang, 1997 wurde Wei in die USA abgeschoben und lebt seither in Freiheit.
Unter ‚Letzte Tränen – der Zusammenbruch der KP-Herrschaft’ im vorletzten Kapitel gibt der Autor vielen Meinungen von internationalen Chinaexperten Raum, die man selten in dieser Zusammenstellung findet. Er konstatiert, dass die systematischen Menschenrechtsverletzungen der chinesischen KP die Stabilität der Parteiherrschaft im Moment noch garantieren. Zugleich könne sich aber gerade diese Politik der Entrechtung zum Totengräber des Systems entwickeln. Nüchtern kommt er zu dem Schluss, dass sich das Ende des Regimes nähere.
Ein nachdenkliches, informatives und deshalb überaus lesenswertes Buch.
Thomas Weyrauch, Gepeinigter Drache; Longtai Verlag Giessen. ISBN 3-938946-00-8; € 24.80
Kontakt: [email protected]

China verschärft Druck auf die Medien

Wegen Verdachts der Spionage für Taiwan wurde Ching Cheong, der 55-jährige Chefkorrespondent der Zeitung „The Straits Times“ aus Singapur offiziell am 5. August in Beijing festgenommen. Ching Cheong ist aus …

Wegen Verdachts der Spionage für Taiwan wurde Ching Cheong, der 55-jährige Chefkorrespondent der Zeitung „The Straits Times“ aus Singapur offiziell am 5. August in Beijing festgenommen. Ching Cheong ist aus Hongkong gebürtig.

Ching Cheong wurde bereits am 22. April in Guangzhou gefangen genommen, als er versuchte, Aufnahmen von geheimen Interviews des ehemaligen Generalsekretärs Zhao Ziyang zu bekommen.

Das chinesische Außenministerium gab am 31. Mai bekannt, dass Ching gestanden habe „ein Spion im Dienste ausländischer Behörden“ zu sein, und dass Ching unter dem Namen von Chen Yuan-chun „streng geheime und vertrauliche“ Dokumente über Chinas Politik, Wirtschaft und Militärangelegenheiten zur Taiwanesischen Sicherheitsbehörde weitergeleitet habe.

Ching Cheong droht lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe.

Ching Cheong wurde in China geboren. Er hat einen Pass der Sonderverwaltungszone Hongkong und ist auch im Besitz eines britischen Reisepasses. Außerdem hat er seinen ständigen Wohnsitz in Singapur.
Ching`s Fall hat Befürchtungen ausgelöst, dass Beijing nun seine Schlinge um die Medien noch stärker anzieht. Ching ist der 2. Journalist einer ausländischen Zeitung, der in China inhaftiert ist. Zhao Yan, ein Mitarbeiter der „New York Times“, wurde im Oktober 2004 mit der Anschuldigung der „Enthüllung von Staatsgeheimnissen“ inhaftiert.

Die Geschäftsführung von “The Straits Times” sagte, sie sei über die Anklage gegen Ching Cheong schockiert. Irene Ngoo, die Sprecherin der Singapore Press Holdings, in deren Besitz „The Straits Times“ sich befindet, forderte, dass Ching während seines Prozesses von ihrem Anwalt vertreten werde.
Die Menschenrechtsvereinigung von Hongkong kritisierte Beijing, dass vor der Verhaftung von Ching Cheong keine Beweise gegen ihn vorgelegt wurden. Weiter wurde angemerkt, dass diese Vorgehensweise unfair sei, dass er keinen Anwalt hätte und sein Geständnis wahrscheinlich auch nur unter Druck zustande gekommen sei.

Dem in New York ansässigen Komitee zum Schutz von Journalisten zufolge hat China im Jahr 2004 zum wiederholten Mal die höchste Anzahl inhaftierter Journalisten in der Welt. Nach aktuellem Informationsstand befinden sich 42 Reporter auf dem Festland China hinter Gittern.

Bis jetzt hat die Taiwanesische Regierung zu diesem Fall noch keinen Kommentar abgegeben.

Sondermünze zu Ehren der Gewerkschaft Solidarnosc

Warschau – Die polnische Zentralbank hat am Mittwoch für Sammler Sondermünzen anlässlich des 25. Jahrestags des Streiks der Gewerkschaft Solidarnosc herausgegeben. Die Münzen im Nennwert von 200, 10 und 2 …

Warschau – Die polnische Zentralbank hat am Mittwoch für Sammler Sondermünzen anlässlich des 25. Jahrestags des Streiks der Gewerkschaft Solidarnosc herausgegeben. Die Münzen im Nennwert von 200, 10 und 2 Zloty (50, 1,50 und 0,50 Euro) bestehen aus Gold-, Silber- und Kupferlegierungen. Wie die Bank mitteilte, sollen Münzsätze an Unterstützer der antikommunistischen Bewegung versandt werden, so an den früheren US-Präsident George Bush und Papst Benedikt XVI. Aber auch Nelson Mandela, Václav Havel, Margaret Thatcher und Helmut Kohl sowie Stars wie Bono, Stevie Wonder, Robert De Niro und Joan Baez sollen diese Sammlerstücke erhalten. AP

Gelöste Stimmung beim Weltjugendtag. In der Region Bonn – Köln – Düsseldorf sind die jugendlichen Pilger untergebracht, die wie diese argentinische Gruppe in Bonn mit Gesang und Tänzen die Fußgängerzonen beleben. Höhepunkt der Veranstaltung, für die sich rund 400.000 Pilger aus fast allen Ländern angemeldet haben ist die Ankunft des Papstes am Donnerstag und der feierliche Abschlussgottesdienst, zu dem rund eine Million Menschen erwartet werden. (Bild – Matthias Kehrein)

Taizé-Gründer Frère Roger getötet

Während des Abendgebets vor 2.500 Jugendlichen von offenbar geistig verwirrter Frau niedergestochen

Taizé – Der Gründer der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé, Frère Roger, ist am Dienstagabend während einer Andacht von einer Frau angegriffen und getötet worden. Die möglicherweise geistig verwirrte Täterin verletzte den 90 Jahre alten Geistlichen mit einer Stichwaffe schwer, wie die Behörden mitteilten. Auch zwei anwesende Ärzte hätten Roger nicht mehr retten können, sagte Frère Emile, ein Mitglied der Gemeinschaft, der AP. Er sei etwa eine Viertelstunde später gestorben.

Seinen Angaben zufolge ereignete sich der Angriff gegen 20.45 Uhr. An dem Abendgebet in der Versöhnungskirche von Taizé nahmen rund 2.500 junge Menschen teil. Die etwa 36 Jahre alte Täterin wurde von mehreren Gläubigen überwältigt und der Polizei übergeben. Es soll sich um eine Rumänin handeln. Aus Ermittlungskreisen hieß es, sie werde wahrscheinlich psychiatrisch untersucht.

Bruder Roger gründete die ökumenische Gemeinschaft in den burgundischen Dorf Taizé bei Mâcon in den 40er Jahren. Ihre Mitglieder verschrieben sich der Brüderlichkeit, Versöhnung zwischen den Nationen, Konfessionen und Klassen. 1969 trat der erste Katholik bei. Der verstorbene Papst Johannes Paul II besuchte Taizé 1986. Zu den jährlichen Jugendtreffen der Gemeinschaft in Europa strömen Zehntausende. Das ganze Jahr über kommen Jugendgruppen nach Taizé.

Der Gemeinschaft gehören heute knapp 100 Brüder aus mehr als 25 Nationen an, darunter Katholiken und Mitglieder verschiedener evangelischer Kirchen, wie es auf der Website der Gemeinschaft heißt.

Roger Louis Schutz-Marsauche wurde am 12. Mai 1915 als Sohn eines protestantischen Pfarrers in der Schweiz geboren, seine französische Mutter stammte aus Burgund. Er studierte Theologie in Lausanne und Straßburg und wurde als Pastor ordiniert. AP

http://www.taize.fr/de

Chinas Oberstes Gericht gibt Abriss von Häusern freie Hand

„Die Volksgerichte werden keine Entschädigungs- oder Umsiedlungsdispute mehr verhandeln, wenn keine Einigung zwischen Abreisser und Grundbesitzer bzw. Bewohner erzielt wird,“ berichtete das Sprachrohr der Kommunistischen Partei Chinas, die People’s Daily, …

„Die Volksgerichte werden keine Entschädigungs- oder Umsiedlungsdispute mehr verhandeln, wenn keine Einigung zwischen Abreisser und Grundbesitzer bzw. Bewohner erzielt wird,“ berichtete das Sprachrohr der Kommunistischen Partei Chinas, die People’s Daily, in der Freitagsausgabe, gemäss einer Erklärung des Obersten Gerichtshofes.

Die Betroffenen werden künftig für eine Schlichtung an eine Regierungsabteilung verwiesen. Wenn die Grundstücksbesitzer auch nach dem Schiedsverfahren nicht zufrieden sind, kann vor Gericht gezogen werden. Der Abriss wird aber während des Prozesses nicht gestoppt, wenn eine finanzielle Entschädigung oder ein Umzug der Bewohner angeboten wurde. Für Entschädigungen gibt es jedoch kein Minimum.

In Chinas Boom-Städten werden ganze Nachbarschaften für neue Büro- und Wohntürme abgerissen und auf dem Land ganze Dörfer für die Industrie platt gemacht. In Peking werden für Olympia 2008 fieberhaft weitreichende, monströse Neubauten errichtet.

„Bauernopfer“ für Olympia 2008 in China

Für die Bauern von Maxingzhuang, einem Dorf ausserhalb von Peking, haben die Olympischen Spiele 2008 in China mehr mit einem Schreckgespenst zu tun, als mit dem Olympischen Geist. Anfangs Juli protestierten nach Agenturangaben hunderte von Bauern in Pekings Vorstadt gegen die entschädigungs- und ersatzlose Enteignung ihrer Häuser und Felder. Auf dem Gebiet des 2.300 Seelen zählenden Dorfes soll eine hochmoderne Anlage für Ruder- und Kanuwettkämpfe entstehen.

„Wir waren 23 Tage hier, aber die Regierung hat nicht auf unsere Anliegen geantwortet“, zitierte die Presseagentur Li Shiguo einen 36-jährigen Bauern.
Zudem wurde die Aussage einer Projekt-2008-Mitarbeiterin der Pekinger Regierung abgedruckt, die glaube, es hätte ein Missverständnis über die Bedingungen von Entschädigungen gegeben: „Ich denke sie (die Bauern) verstehen die Richtlinien nicht richtig.“ Weiter sei sie nicht darauf eingegangen.

Schläger gegen „uneinsichtige“ Bewohner

Mit dem Bauboom in China ist es eine verbreitete Praxis von Bauunternehmern geworden, Leute anzuheuern, die die Häuser unbewohnbar machen oder die Bewohner mit Gewallt vertreiben.

Am 11. Juni diesen Jahres wurde ein Dorf in der Provinz Hebei, das für ein Kraftwerk weichen sollte und deren Bewohner sich geweigert hatten das Land zu verlassen, von angeheuerten Schlägern überfallen. 6 Menschen starben und 48 wurden schwer verletzt.

Ein Bootsrennen der ungewöhnlichen Art: Bis zu 120 Ruderer passen hintereinander sitzend in ein Schlangenboot, das wegen seiner schmalen Form und einer Länge von über hundert Metern Länge so genannt wird.

Auf den vom Regen angeschwollenen Backwaters der Stadt Alappuzha – die Stadt am Arabischen Meer wird wegen einem weit verzweigten Netz an Wasserstraßen und Seen auch „Venedig des Ostens“ genannt – wetteifern schon seit 1952 die Boote um den Sieg und die Gunst von tausenden von Zuschauern. (Bild – AP)

Papstbesuch legte laut Walesa Saat für Gründung von Solidarnosc

Danzig – Der historische Werftarbeiterstreik in Danzig (Gdansk) und die Gründung der Gewerkschaft Solidarnosc vor 25 Jahren sind nach Ansicht ihres Initiators Lech Walesa auch dem Besuch des Papstes ein …

Danzig – Der historische Werftarbeiterstreik in Danzig (Gdansk) und die Gründung der Gewerkschaft Solidarnosc vor 25 Jahren sind nach Ansicht ihres Initiators Lech Walesa auch dem Besuch des Papstes ein Jahr zuvor zu verdanken. In einem AP-Interview anlässlich des Jahrestags des Streikbeginns am Sonntag sagte Walesa, der Besuch von Johannes Paul II. 1979 habe einen großen Einfluss auf die polnische Gesellschaft gehabt.

«Der Heilige Vater hat uns nicht aufgerufen, zu kämpfen, aber auf eine suggestive Weise, emotional, hat er uns zum Nachdenken gebracht.» Nur ein Jahr später sei es ihm, Walesa, dann gelungen, statt zehn Personen zehn Millionen in einer Bewegung zu organisieren. Der 61-Jährige sagte der AP, er habe das Gefühl gehabt, als ob der Papst gesagt hätte: «Seht, wie viele ihr seid – und die Kommunisten wissen nicht, was zu tun ist. Also verhaltet euch anders, habt keine Angst. Ändert das Gesicht dieses Landes.»

Die Werftarbeiter in Danzig legten am 14. August 1980 ihre Arbeit nieder und streikten 18 Tage lang. Am 31. August unterzeichnete Walesa mit der Regierung eine historische Vereinbarung, die die Gründung der ersten unabhängigen Arbeiterbewegung im damaligen Ostblock ermöglichte, der Solidarnosc. AP

Wer an diesem Wochenende noch vorhat am Strand von Barcelona einige schöne Stunden zu verbringen, sollte vorher mal nachfragen, ob überhaupt noch Platz frei ist. – So scheint es zumindest auf diesem Foto. Durch ein langes Wochenende und Urlauber, die ihre Ferien Mitte August beginnen, kommt es zu dieser Menschenansammlung. (Bild – AP)

Gefahren der chinesischen Wirtschaft

Wie lange beherrscht die KPC das marode Finanzsystem?

China ist in aller Munde: die Financial Times brachte kürzlich eine Wochenendbeilage über den „China-Rummel“ heraus, das Time Magazin veröffentlichte eine Titelgeschichte über Mao Zedong.

Thomas S. Axworthy, Vorsitzender der Asia Pacific Foundation in Kanada zitierte jüngst Napoleon in einem Beitrag für den „Toronto Star“: „Lasst China schlafen“ soll der Korse 1816 erklärt haben, „denn wenn es sich erhebt, wird die Welt erzittern.“

China ist erwacht, und wenn die Welt zwar vielleicht nicht vor Angst erzittert, so ist sie doch wie hypnotisiert.

Die fortbestehende Allmacht der Kommunistischen Partei Chinas (KPC) ist nach wie vor von zentraler Bedeutung. Nur wer das erkennt, kann die zukünftige Rolle des Landes in der Welt richtig einschätzen.

Dagegen argumentieren zum Beispiel Handelsvertreter bezüglich der beantragten Übernahme des kanadischen Großunternehmens „Noranda“ durch ein staatlich geführtes chinesisches Unternehmen, es handele sich nur um einen „privatwirtschaftlichen“ Vorgang, bei dem die üblichen westlichen Regeln angewendet würden.

Diese Sichtweise ist bestenfalls naiv, schlimmstenfalls eine Täuschung. Im heutigen China kontrolliert die KPC noch immer alles. Beliebt es ihr heute, ein staatseigenes Unternehmen international konkurrieren zu lassen, so kann diese Entscheidung morgen vergessen sein. Für die Partei ist Überleben alles und Kontrolle der Weg, ihre Macht zu erhalten. Die KPC ist nicht mehr marxistisch, aber immer noch leninistisch.

Bei einer Mitgliederzahl von 70 Millionen braucht die Partei dabei nicht mehr auf einer Kontrolle über jeden Aspekt des individuellen Lebens zu bestehen. Doch wenn auch nur andeutungsweise eine Organisation außerhalb ihres Einflussbereiches auftaucht ist Unterdrückung die unmittelbare Antwort. Es besteht kein Zweifel über die Widerstandsfähigkeit der Partei. Sie erholte sich von der Krise nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Ohne Blutvergießen in den eigenen Reihen gelang ihr die Machtübergabe von Deng zu Jiang Zemin und weiter zu Hu Jintao. Die Wirtschaft boomt.

Die Partei arbeitet hart daran, sich zu erneuern. Ihre Elite hat aber mit einem tiefen strukturellen Mangel zu kämpfen, der ihren Absturz herbeiführen könnte. Die Partei ist nämlich mit staatseigenen Unternehmen vermählt, die fast alle Verluste einfahren.

Chinas Banken wurden gezwungen, diesem maroden Sektor weiterhin Darlehen zu geben, was sie schließlich zahlungsunfähig macht.

Die Banken finanzieren sich dabei durch die Ersparnisse der einzelnen Chinesen. Wie in den 20er Jahren der Weimarer Republik sind die Rücklagen der neuen chinesischen Mittelklasse in höchster Gefahr.

Auch die inzwischen fortgeschrittene Sachkenntnis der Partei könnte vielleicht nicht ausreichen, die Lage zu beherrschen – wenn sich, die Krise im Bankwesen ausweitet.

Sich engagieren – aber mit weiser Vorsicht.

Die internen Bedürfnisse der KPC haben Folgen für die Außenpolitik. Einig ist man sich darüber, dass die Partei bestehen bleiben muss; wie dies am besten zu erreichen sei, trennt die Lager. Noch immer gibt es Linke in der Partei, die sich nach den glorreichen Zeiten Mao Zedongs sehnen. Und es gibt derzeit keine Anzeichen für eine Ent-Maoifizierung, so Thomas S. Axworthy.

Die Deng-Fraktion folgt dessen Axiom: „Reich sein ist großartig“. Von Maos düsterem China der Massen, die von Kopf bis Fuß einheitlich gekleidet waren, bis zur heutigen Disko-Welt: das ist der wirkliche große Sprung nach vorn. Aber beide Flügel der Partei müssen sich gegen die Volksbefreiungsarmee behaupten, die den größten Einfluss auf die Außenpolitik nimmt.

Der bestehende Pakt zwischen Armee und Partei beinhaltet, dass das Militär, was immer es auch für seine Modernisierung haben will, vom bestehenden Regime im Austausch für seine Unterstützung eben dieses Regimes erhält. Damit die Partei an der Macht bleiben kann, braucht sie die Armee.

Noch komplizierter wird die Außenpolitik dadurch, dass die Partei den Marxismus durch Nationalismus ersetzt hat.

Die Han-Chinesen machen 92 Prozent von Chinas Bevölkerung aus, regiert wird aber über einen Staat, dessen Territorium historisch gesehen zur Hälfte von Nicht-Chinesen bewohnt wird. Tibet wurde annektiert. Seit 1895 hat Beijing nicht über Taiwan regiert (das Jahr, in dem Japan es zu seiner Kolonie machte). Aber das Überleben des Regimes hängt jetzt mit von seiner Fähigkeit ab, die „Ein-China-Doktrin“ durchzusetzen. Taiwan ist auch deshalb ein elementares Problem, weil seine vitale Demokratie die Rechtmäßigkeit der KPC infrage stellt.

Um auf China zu reagieren, sollte sich der Westen nach Thomas S. Axworthy an der weitsichtigen Politik orientieren, die den Kalten Krieg gewann. Demnach muss zuerst ein militärisches Gleichgewicht in Asien aufrecht erhalten werden.

Zweitens muss China an mehreren Fronten gebunden werden: wirtschaftlich, kulturell und intellektuell. Je mehr die Bürger Chinas von der gesamten Welt erfahren können, umso mehr werden sie Veränderungen bei sich zu Hause fordern.

Drittens muss die freie Welt Menschenrechtskämpfer wie Wei Jingsheng unterstützen. „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, pflegte Ronald Reagan gegenüber den Sowjets zu bekräftigen. Gegenüber dem heutigen China ist eine ähnliche Haltung des Westens gefragt: ein Engagement auf vielen Ebenen, doch mit weiser Vorsicht und ohne Kotau.

Zur 15. Ausgabe der Hanse Sail, der größten Veranstaltung Mecklenburg-Vorpommerns, treffen sich wieder hunderte Windjammer aus der ganzen Welt im Hafen von Warnemünde.

Der Name Windjammer ist abgeleitet vom englischen „to jam the wind“, was hart am Wind segeln bedeutet und mit jammern nichts zu tun hat. (Bild – Gettyimages)

Um das Elefantenmädchen Bongi im Zoo Wuppertal dazu zu bringen gewogen zu werden, hat man es gleich zusammen mit seiner Mutter Punda auf die Wage gestellt. In den knapp zwei Monaten seines Lebens hat Bongi pro Tag rund ein Kilogramm zugenommen und wiegt jetzt 178 Kilogramm. Die Anzeigetafel des Tierpflegers verdeutlicht, was Bongi noch vor sich hat: um so schwer zu werden wie ihre Mutter bräuchte sie gut fünf Jahre – wenn sie in dem gleichen Tempo zunimmt wie bisher. (Bild – AP)