Aktuelle Nachrichten – Auto + Verkehr
25.05.2007
Köln – Auto-Experten haben davor gewarnt, angesichts der hohen Spritpreise entgegen der Herstellerempfehlung billigeres Normalbenzin statt Super zu tanken. Es könne durchaus sein, dass das Auto in diesem Fall mehr Sprit verbrauche und höhere Emissionen ausstoße, sagte ADAC-Expertin Andrea Gärtner am Freitag der Nachrichtenagentur AP. Zuvor hatte die „Auto Zeitung“ berichtet, moderne Motoren könnten billigeres Normalbenzin problemlos verkraften.
„Bei einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von rund 25.000 Kilometern und einem mittleren Verbrauch von zehn Litern pro 100 Kilometer können so jährlich mindestens 200 Euro gespart werden“, rechnete das Blatt vor. Zudem wirke sich Normalbenzin bei den meisten Modellen nicht negativ auf die Leistung aus.
Bei den meisten aktuellen Autos müssten die Fahrer ohnehin nicht mit erhöhtem Verschleiß oder Motorschäden rechnen, weil das elektronische Motormanagement den verwendeten Kraftstoff per Klopfsensor erkenne und sich kontinuierlich auf veränderte Qualitäten einstelle, hieß es. Der TÜV Süd warnte jedoch, nicht alle Motoren moderner Fahrzeuge verfügten über solche Klopfsensoren.
Der „Auto Zeitung“ zufolge soll Super-Benzin aber nur dann durch Normalkraftstoff ersetzt werden, wenn es die Hersteller-Oktanangabe in der Betriebsanleitung zulässt. Dies sei allerdings häufig der Fall: Die empfohlene Qualitätsangabe reiche meist von 91 bis 98 Oktan, also von Normal bis Super Plus.
Der ADAC reagierte mit Skepsis: „Wenn der Hersteller Superbenzin empfiehlt, sollte man auch Super tanken“, sagte ADAC-Expertin Gärtner. Wer Normal tanke, aber mehr verbrauche, sei das gesparte Geld schnell wieder los. Auch könne es durchaus sein, dass das Auto höhere Emissionen ausstoße. „Außerdem sollte man keinesfalls mit voller Leistung fahren, wenn man Normalbenzin statt mit Super getankt hat.“ Im Stadtverkehr sei Normalbenzin in Super-Motoren aber eher unproblematisch.
TÜV-Süd-Sprecherin Bettina Mayer sagte, Autofahrer sollten auf jeden Fall auf die vom Hersteller empfohlene Kraftstoffqualität achten und diese einhalten – „allein schon aus Gewährleistungs- und späteren Kulanzgründen“. Außerdem gebe es im Laufe eines Motorlebens Veränderungen wie zum Beispiel Ölablagerungen: „Hier kann die Regelungsgrenze durch Normalbenzin schneller überschritten werden als beim regulären Tanken mit Super-Benzin.“ (AP)
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