Menschen & Meinungen – Autoexperte sieht große Stolpersteine für Opel-Zukunft – DAPD
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – Menschen & Meinungen

Nur Zwischenlösung Autoexperte sieht große Stolpersteine für Opel-Zukunft

DAPD

12.09.2009

Berlin – Auch nach der GM-Grundsatzentscheidung für einen Opel-Verkauf an Magna sieht der Autoexperte Stefan Bratzel noch „relativ große Stolpersteine“ für den europäischen Autobauer. Bratzel, der an der Fachhochschule Bergisch Gladbach lehrt, sagte am Samstag im NDR, die 35-prozentige Beteiligung von General Motors an Opel bleibe eine „Fußfessel“. Er rechne noch mit einigen Wochen Verhandlungsmarathon.

Die Stolpersteine seien „insofern relativ groß, als GM Opel am liebsten behalten hätte“. Der Mutterkonzern habe sich aber eine alleinige Sanierung nicht leisten können. „Und jetzt versucht man, Möglichkeiten zu finden, wie man vielleicht in ein paar Jahren dennoch Opel wieder zurückkaufen kann.“

Die nun beschlossene Konstruktion werde eine Zwischenlösung sein, mutmaßte Bratzel. „Ich denke nicht, dass New Opel mit nur 1,5 Millionen verkauften Stück im Jahr im globalen Wettbewerb eine Chance hat.“ Die Zwischenlösung könnte aber so aussehen, dass nach einer Sanierung ein anderer globaler Automobilhersteller einsteige.

Von einem Vorstoß in die Segmente höherwertiger Autos hielt der Wissenschaftler wenig. Zwar sei der Insignia ein gutes Fahrzeug, „aber der Konkurrenzdruck in den höherwertigen Segmenten – denken Sie an Audi, Mercedes und BMW – ist gerade in Europa extrem groß“. Auch bei Klein- und Mittelklassewagen gebe es Probleme, weil die Verträge offenbar vorsähen, dass der neuen Opel-Gesellschaft die Märkte in China und den USA verschlossen blieben. „Das ist erstmal eine wichtige und schwerwiegende Begrenzung von New Opel, um in diesem kleinen Mittelklasse-Segment tatsächlich erfolgreich sein zu können.“

Dass General Motors weiter an Opel beteiligt bleiben wird, sei „bestimmt eine Fußfessel. Man will ja gerade eine höhere Eigenständigkeit. Die Sberbank ist ja gerade auch deshalb eingestiegen, damit die russische Automobilindustrie hier mehr Kompetenzen bekommt. Und das will natürlich GM möglichst verhindern: Man will sich ja keinen Wettbewerb auf dem wichtigen russischen Markt schaffen.“ (AP)

 

 

Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.

Folgen Sie uns auf Facebook , Twitter und Google+.

Schlagworte

 
Anzeige
Anzeige