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Bach-Nelkenwurz ist Blume des Jahres 2007

DAPD

12.10.2006

Loki Schmidt, Gattin des ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt, präsentiert die Blume des Jahres 2007, Bach-Nelkenwurz (Geum rivale). (AP Photo/Oliver Fantitsch)
Loki Schmidt, Gattin des ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt, präsentiert die Blume des Jahres 2007, Bach-Nelkenwurz (Geum rivale). (AP Photo/Oliver Fantitsch)

Hamburg - Die Blume des Jahres 2007 heißt Bach-Nelkenwurz. Die Wahl fiel damit zum dritten Mal in Folge auf eine auf Feuchtwiesen wachsende Blume, wie die Stiftung Natur und Pflanzen am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Man wolle erneut auf die Gefährdung hinweisen, die dieser Kulturlandschaft durch Überdüngung und Entwässerung drohe, erklärte Vorstandsmitglied Loki Schmidt zur Begründung. Die Blume des Jahres 2006 war das Wiesen-Schaumkraut, im Jahr zuvor war es der Große Klappertopf.

Die Bach-Nelkenwurz (lateinisch: Geum rivale) gehört zur umfangreichsten Familie innerhalb der Pflanzensystematik: den Rosengewächsen (Rosaceae) und der Pflanzengattung der Nelkenwurz (Geum). Der Name Nelkenwurz bezieht sich auf den leicht nach Nelkenöl duftenden Wurzelstock. Früher wurde er als Nelkenersatz beim Kochen verwendet.

Die Staude wird 20 bis 60 Zentimeter hoch und hat einen locker verzweigten, meist mehrblütigen Stengel. Im Gegensatz zu den meisten Blumen neigt sich der Blütenstand und hat mehrere nickende, glockenartige Blüten. Die inneren Blütenblätter sind gelblich-rosa gefärbt und von purpur-braunen Kelchblättern umgeben. Die Pflanzen blühen von April bis Juli und bieten Nahrung für etliche Insekten. Daher sind sie auch als so genannte Hummelweiden bekannt.

Außer im Mittelmeerraum ist die Bach-Nelkenwurz in ganz Europa verbreitet. Sie stellt keine hohen Ansprüche an den Standort, braucht einen nährstoffhaltigen, durchlässigen und frisch-feuchten Boden und wächst am besten in halbschattiger bis sonniger Lage. Von Gartenliebhabern wird sie wegen ihrer Anpassungsfähigkeit als pflegeleicht eingestuft.

Die Bach-Nelkenwurz ist überwiegend in feuchten Grünlandflächen, Flachmooren, Niederungen und Waldrandbereichen zu finden, aber auch in der Uferzone von Still- und Fließgewässern. Allerdings würden solche grundwassernahen Lebensräume laut Stiftung zunehmend trocken gelegt und der Pflanzenbestand der Bach-Nelkenwurz in der freien Landschaft gehe zurück. Mittlerweile stufen demnach vier Bundesländer die Art als gefährdet ein.

Die Stiftung Natur und Pflanzen ist aus der Fusion der Stiftung Naturschutz Hamburg und der Stiftung Loki Schmidt zum Schutze gefährdeter Pflanzen hervorgegangen, die die Frau von Altbundeskanzler Helmut Schmidt 1979 gegründet hatte.

http://www.stiftung-naturschutz-hh.de/

(AP)

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