Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
06.10.2009
Berlin – Pünktlich zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember erhöht die Deutsche Bahn erneut die Fahrkartenpreise. Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg kündigte am Dienstag eine durchschnittliche Erhöhung um 1,8 Prozent an, die er vor allem mit deutlich gestiegenen Personalkosten begründete. Zuletzt waren die Fahrkartenpreise im Dezember 2008 um 3,9 Prozent erhöht worden. Der Verkehrsclub Deutschland kritisierte die Preissteigerung.
Die Bahn verspricht sich von der Maßnahme Mehreinnahmen von rund 50 Millionen Euro im kommenden Jahr. Die Preise steigen den Angaben zufolge im Fern- wie im Nahverkehr gleichermaßen um durchschnittlich 1,8 Prozent. Einzelne Produkte wie etwa die Bahncard 50 und 100 liegen prozentual leicht höher.
Als zusätzliche Rabattmöglichkeit soll ab dem Termin der Preiserhöhung das „Dauer-Spezial“ für Besitzer einer Bahncard 25 wie die Normalfahrscheine um 25 Prozent billiger werden. Außerdem wird das bisherige Pilotprojekt Dauer-Spezial-Kurzstrecke für Fahrten bis 250 Kilometer und das Familien-Dauer-Spezial zur Dauereinrichtung. Die Bahncard 25 wird überdies nicht teurer. Sie kostet weiterhin 57 Euro in der zweiten und 114 Euro in der ersten Klasse.
Mit 2,2 Prozent überdurchschnittlich steigen die Preise für Normal- und Zeitkarten im Regionalverkehr. Preisstabil bleibt das Schöne-Wochenende-Ticket. Im Südosten und im Süden steigen die Preise für die Ländertickets um jeweils einen Euro.
Deutlich teurer wird allerdings die Platzreservierung im Fernverkehr: Dafür steigen die Preise um jeweils 50 Cent, was bei einer bisher zwei Euro teuren Internet-Reservierung für einen Sitzplatz zweiter Klasse eine Steigerung um 25 Prozent ausmacht. Sie kostet dann 2,50 Euro. Eine Reservierung erster Klasse im Reisezentrum oder per Telefon kostet künftig 5,50 Euro.
Die Fahrpreiserhöhung sei die niedrigste seit 2004, sagte Homburg. Er rechnete vor, dass danach „85 Prozent aller Fernverkehrs-Normalpreise für einfache Fahrten in der zweiten Klasse um weniger als zwei Euro steigen“. Im Nahverkehr verteuerten sich 95 Prozent der Normalpreise um weniger als einen Euro. Die Fahrpreiserhöhung insgesamt bliebe deutlich unter der Erhöhung der Lebenshaltungskosten, jedenfalls bei der Betrachtung über zehn Jahre hinweg. Homburg wies auch darauf hin, dass die allgemein gesunkenen Energiepreise nicht auf die langfristigen Verträge der Bahn durchschlügen.
2003 hatte die Bahn durch die Abschaffung des scharf kritisierten neuen Preissystems die Ticketkosten nach eigenen Angaben um durchschnittlich zwölf Prozent gesenkt.
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisierte den Preisanstieg, auch wenn er moderat ausfalle. Es sei für die Fahrgäste nicht nachvollziehbar, wenn sich alljährlich zum Fahrplanwechsel die Preise erhöhten, ohne dass Angebot und Qualität verbessert würden. Auf diese Weise werde die gegenüber anderen Verkehrsträgern umweltfreundlichere Bahn zunehmend unattraktiv. Der VCD-Bundesvorsitzende Michael Gehrmann erklärte, das in den vergangenen Jahren verwandte Argument der gestiegenen Energiepreise könne diesmal nicht als Vorwand herhalten. Zu vermuten sei, dass die Bahn mit der Preiserhöhung die drastischen Einbrüche im Güterverkehr kompensieren wolle.
http://www.bahn.de/
http://www.vcd.org/ (AP)
Minister warnt vor Stillstand im Güterverkehr
(19.07.2009)
Verfahren gegen Bahn nach Kölner ICE-Unfall eingestellt
(17.07.2009)
Deutsche Bahn fordert Zugeständnisse von Mitarbeitern
(04.06.2009)
Bahn investiert über elf Milliarden Euro in Schienen und Bahnhöfe
(22.03.2009)