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Bahn will Veränderungen im Hauptbahnhof nicht finanzieren

DAPD

01.02.2007

Berlin – Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hat eine Verlängerung des umstrittenen Glasdachs im neuen Berliner Hauptbahnhof auf Kosten seines Unternehmens ausgeschlossen. Mehdorn stand dem Haushaltsausschuss des Bundestages am Donnerstag Rede und Antwort über die rund 400 Millionen Mehrkosten, die der Prestigebau gekostet hat. Die Kostenexplosion rechtfertigte er mit dem Argument, dass der Hauptbahnhof bis zur Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2006 unbedingt fertig sein musste. Abgeordnete der Opposition zeigten sich unzufrieden mit den Antworten.

Mehdorn begründete die Verkürzung des Glasdachs im Vergleich zum Plan des Architekten mit den Worten: „Wir haben so viel gebaut, wie wir zeitlich bauen konnten.“ Daher sei es ein kurzes Dach geworden. Er erinnerte daran, dass der Bahnhof erst eine Woche vor der WM eingeweiht werden konnte.

Die Entscheidung für das Kurzdach sei „so gut wie irreversibel“, sagte er. Sinnvoll könne man eine Verlängerung nicht bewerkstelligen. „Nur wenn Geld und Fahrbetrieb keine Rolle spielen, kann man alles machen“, sagte er unter Verweis auf die Tatsache, dass der Bahnhof für diese Bauarbeiten auch gesperrt werden müsste.

Zu den Mehrkosten insgesamt sagte er: „Es gibt zig Positionen, wo wir gespart haben.“ Auch bei der umstrittenen Decke im Tiefgeschoss, deren Umbau der Architekt Meinhard von Gerkan gerichtlich erstritten hat, habe man „das Billigste ausgewählt, was uns gut erschien“.

Die FDP-Abgeordnete Claudia Winterstein sagte anschließend, es seien „nicht alle Fragen zufrieden stellend beantwortet“. Im einzelnen sei nicht erklärt worden, wieso der Bau statt der geplanten 617 Millionen rund 1,02 Milliarden gekostet habe. Sie nannte es auch nicht einleuchtend, warum eine Dachverlängerung bei straffer Planung nicht möglich gewesen wäre. Bei einer nachträglichen Verlängerung gingen „weitere Ausgaben zu Lasten der Bahn“. Sie räumte aber ein, dass der Bund keine Möglichkeit habe, die Bahn dazu zu zwingen.

Auch die Grünen-Abgeordnete Anna Lührmann zeigte sich unzufrieden damit, dass die Bahn die Fahrgäste mit dem kürzeren Dach „ohne Not im Regen stehen lässt“. Die Abgeordneten seien schlecht informiert darüber, wie mit dem Geld der Steuerzahler verfahren werde.

Für die SPD sagte der Abgeordnete Klaas Hübner indes, er akzeptiere die Entscheidung der Bahn für das kürzere Dach. Nichtsdestoweniger wolle man prüfen, ob eine nachträgliche Verlängerung möglich sei.

Bahn droht Architekten mit Klage

Unterdessen drohte die Bahn im Streit um die Gestaltung des Berliner Hauptbahnhofs dem Architekten von Gerkan eine Klage an. Bahnmanager Wolf-Dieter Siebert wies Gerkans Äußerungen als „haltlos und unverfroren“ zurück, das Abrutschen eines Stahlriegels aus der Fassade während des Orkans Mitte Januar hätte verhindert werden können, seien bei der Ausführung des Architektenentwurfs „unter der Regie der Bahn“ nicht Sicherheitsschienen weggelassen worden.

Der Bahnmanager betonte erneut, die DB habe als Bauherr ein Bauwerk übernommen, bei dem sie davon ausgehen musste, dass es nach allen Regeln der Technik geplant, genehmigt, gebaut und abgenommen worden sei. Wegen des herabgestürzten Stahlbalkens hat die Bahn ein unabhängiges Gutachten beantragt. Gerkan hatte im Bundestagsverkehrsausschuss am Mittwoch darauf hingewiesen, dass der Sturmschaden vermeidbar gewesen wäre.

http://www.db.de/

http://www.bundestag.de/

(AP)

 

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