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Kabul-Reise Ban fordert Schutz der Zivilbevölkerung in Afghanistan

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04.02.2009

U.N. Generalsekretär Ban Ki Moon und der afghanische Präsident  Karsei bei ihrem Treffen in Kabul.  (AP Photo/Rafiq Maqbool)
U.N. Generalsekretär Ban Ki Moon und der afghanische Präsident Karsei bei ihrem Treffen in Kabul. (AP Photo/Rafiq Maqbool)

Kabul – UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die US- und NATO-geführten Truppen in Afghanistan aufgefordert, bei ihren Einsätzen stärker auf den Schutz der Zivilbevölkerung zu achten. Die Streitkräfte müssten den Tod von Zivilpersonen vermeiden, sagte Ban am Mittwoch auf einer Pressekonferenz mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai in Kabul. Es habe „viele tragische Zwischenfälle“ gegeben. Karsai hat die Todesfälle öffentlich kritisiert, um die Truppen zu einer Änderung ihrer Taktik zu bewegen.

Der Präsident hat den ausländischen Streitkräften außerdem ein vierwöchiges Ultimatum gestellt, die einheimischen Truppen stärker in ihre Einsätze einzubinden. Die Frist läuft in diesem Monat aus. Angriffe der radikalen Taliban und Militäreinsätze haben Hunderte Menschen in Afghanistan das Leben gekostet.

Nach Einschätzung von Ban wird das Land auch in diesem Jahr nicht zur Ruhe kommen. Afghanistan stünden 2009 „viele Herausforderungen“ bevor, erklärte der UN-Generalsekretär. Sein überraschender Besuch solle die große Bedeutung unterstreichen, die die Arbeit dort für die Vereinten Nationen habe.

Unter dem Vorwurf des Geheimnisverrats wurde unterdessen ein britischer Soldat in Afghanistan festgenommen. Die Zeitung „Sun“ berichtete am Mittwoch, er habe Zahlen zum Tod von Zivilpersonen beim Einsatz der Koalitionstruppen an eine Menschenrechtsorganisation weitergegeben. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in London wird der Offizier zum Verhör nach Großbritannien geflogen. Ihm drohen bei einer Verurteilung bis zu 14 Jahre Haft. Human Rights Watch hatte im vergangenen Jahr berichtet, die Zahl ziviler Opfer bei US- und NATO-Einsätzen in Afghanistan habe sich zwischen 2006 und 2007 von 116 auf 321 fast verdreifacht. (AP)

 

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