Zürich – Der Bartgeier gehört laut der Naturschutzorganisation WWF zu den Gewinnern in diesem Jahr. Dies bedeutet, dass es für diese Art wieder Hoffnung gibt, wie der WWF Schweiz am Donnerstag mitteilte. Auf der Verliererseite wird dagegen der Luchs aufgeführt, unter anderem zusammen mit dem Gorilla, dem Jaguar oder der Roten Koralle.
Gemäss der Gewinner- und Verliererliste 2007 des WWF ist das internationale Wiederansiedlungsprojekt, das die Naturschutzorganisation seit Beginn im Jahr 1979 unterstützt, ein grosser Erfolg. So seien diesen Frühling junge Bartgeier in der Schweiz geschlüpft, und zwar in freier Wildbahn und erstmals seit 122 Jahren.
Zur den Gewinnern gehört auch die Nase, die einst eine der dominierenden Fischarten gewesen und inzwischen als „vom Aussterben bedroht“ europaweit geschützt sei. Ob sie in der Schweiz überleben werde, hänge im wesentlichen von zehn Laichgebieten ab. Bei Expeditionen im Rahmen des WWF-Nase-Projekts sei der Fisch allerdings auch in Gewässern entdeckt worden, wo er eigentlich als ausgestorben gelte.
Weitere Gewinner des Jahres sind laut WWF der Amurtiger. In diesem Jahr sei eine Wanderung von Amurtigern nördlich des Flusses Amur festgestellt worden, was als ein gutes Zeichen gewertet wird, weil die bisherigen Lebensräume im Süden offensichtlich besetzt seien. Gewinner sind auch die Orchidee in Vietnam, wo dieses Jahr fünf neue Arten gefunden worden seien, und die Schildkröte. Eine der grössten und seltensten Süsswasserschildkröten, die Cantors Riesenweichschildkröte, sei am Mekong in Kambodscha wiederentdeckt worden.
Zu den Verlierern gehört der Luchs. Seit den 1970-er Jahren werde die im 19. Jahrhundert ausgerottete Raubkatze wieder angesiedelt, und die Population habe sich langsam, aber stetig entwickelt. In diesem Jahr sei sie jedoch in den Nordwestalpen richtiggehend eingebrochen. Die kantonalen Behörden vermuten laut WWF Wilderei als Hauptgrund.
Auf der Verliererseite aufgeführt wird auch der Gorilla. Die World Conservation Union (IUCN) stufe die Berggorillas auf der Roten Liste neu als „akut bedroht“ ein. Verlierer sind aber auch der Rote Thunfisch, dessen Bestand wegen der massiven Überschreitung der Fangquoten durch europäische Fischerei-Flotten vor dem Kollaps stehe, und der Jaguar, dessen Verbreitungsgebiet sich immer mehr verringert. Zu den Verlierern gehört auch die Rote Koralle. Der Antrag zu ihrer Aufnahme ins Washingtoner Artenschutzabkommen sei im vergangenen Juni von den Vertragsstaaten abgelehnt worden.
Gemäss der diesjährigen Roten Liste der IUCN sind 39 Prozent der evaluierten Pflanzen, Tiere und anderer Lebewesen bedroht. Die Kurve der Bedrohung zeigt laut WWF in den letzten Jahren steil nach oben, eine Trendwende ist nicht in Sicht. (AP)
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