Unternehmen – BASF erzielt Rekordumsatz und will weiter wachsen – DAPD
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Optimistischer Ausblick auf 2011 BASF erzielt Rekordumsatz und will weiter wachsen

DAPD

24.02.2011

Ludwigshafen – Der Chemiekonzern BASF hat im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz erzielt und will weiter kräftig wachsen. 2010 stieg der Erlös um 26 Prozent auf 63,9 Milliarden Euro, wie Vorstandschef Jürgen Hambrecht am Donnerstag in Ludwigshafen mitteilte. Damit machte das Unternehmen den Rückgang im Krisenjahr 2009 mehr als wett. Unter dem Strich erzielte der DAX-Konzern demnach 2010 einen Gewinn von 4,6 Milliarden Euro, nach 1,4 Milliarden Euro im Krisenjahr 2009. Sorge bereitet derzeit die Lage in Libyen.

Von Oktober bis Ende Dezember 2010 setzte BASF nach eigenen Angaben 16,4 Milliarden Euro um, 25 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich stand ein Quartalsgewinn von 1,1 Milliarden Euro, nach 455 Millionen Euro in den letzten drei Monaten des Vorjahres.

In diesem Jahr sollen in Deutschland 800 neue Stellen entstehen, 500 davon am Hauptsitz in Ludwigshafen, wie Hambrecht sagte. Der Konzern wolle die Zahl der Beschäftigten in Deutschland damit auf 51.600 erhöhen.

BASF-Tochter Wintershall in Libyen stark vertreten

Das Jahr 2011 habe stark begonnen, Sorgen bereite allerdings die Krise in Libyen, sagte der BASF-Chef. Die Lage dort sei extrem ernst und sehr schwer zu beurteilen. Die Mitarbeiter am Ort seien aufgefordert worden, zu Hause zu bleiben und sich von Demonstrationen fernzuhalten.

Die für Öl- und Gasförderung zuständige BASF-Tochter Wintershall ist in dem nordafrikanischen Land stark vertreten, sie hat 453 Mitarbeiter. Ein Großteil der nicht aus Libyen stammenden Beschäftigten sei bereits ausgeflogen worden, nur einige seien freiwillig dort geblieben, sagte Hambrecht weiter. Die Förderung von Öl und Gas sei vorsorglich eingestellt worden. Der Konzern hoffe auf eine baldige Beruhigung der Lage. Die BASF habe großes Interesse daran, seine Aktivitäten in dem nordafrikanischen Land fortzuführen.

Wachstum in allen Segmenten erwartet

Für 2011 erwartet Hambrecht ein Wachstum in allen Konzernbereichen. In der Chemikalien-Sparte rechnet BASF mit einer leichten Umsatzsteigerung, aber einem geringen Ergebnisrückgang. Ein leichtes Plus bei Umsatz und Ergebnis erwartet der Konzern demnach in den Bereichen Agricultural Solutions und Plastics. Starke Steigerungen seien in der Sparte Functional Solutions und Performance Products zu erwarten. Das Segment Öl und Gas sei aufgrund der schwierigen Marktsituation schwer zu prognostizieren, sagte der BASF-Chef. Er erwarte jedoch auch hier Steigerungen von Umsatz und Gewinn.

Weitere große Unternehmenskäufe seien in naher Zukunft nicht geplant. Zunächst wolle man sich darauf konzentrieren, das 2010 übernommene Spezialchemie-Unternehmen Cognis in den Konzern zu integrieren, sagte Hambrecht.

BASF hält an Genkartoffel Amflora fest

An der Genkartoffel Amflora will BASF trotz aller Kritik festhalten. Man arbeite weiter daran, obwohl es in Europa keine Freude mache, sagte Hambrecht. Doch Europa sei eine Kartoffelregion, und Amflora habe beispielhafte Eigenschaften. Sollte der Anbau durch weitere Hindernisse erschwert werden, müsse der Konzern die Entscheidung aber überdenken. In den nächsten ein bis zwei Jahren werde dies jedoch noch kein Thema sein.

Insbesondere im Chemiegeschäft habe der konjunkturelle Aufschwung genutzt werden können, sagte Hambrecht. Die wirtschaftliche Erholung sei dynamischer verlaufen als zunächst erwartet. Er warnte die Gewerkschaften zugleich vor überzogenen Forderungen in den anstehenden Tarifverhandlungen. Ein "großer Schluck aus der Pulle" sei nicht angemessen. Zwar seien die großen Chemieunternehmen inzwischen wieder im Aufwind, aber viele kleine Betriebe hätten die Wirtschaftskrise noch nicht verdaut. (dapd)

 

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