Bauarbeiter ergreifen Kampfmassnahmen – DAPD
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Bauarbeiter ergreifen Kampfmassnahmen

DAPD

06.10.2007

Bern – Die Bauarbeiter greifen im Streit mit dem Baumeisterverband um einen neuen Landesmantelvertrag zu Kampfmassnahmen. Zunächst sollen Warnstreiks in vier grossen Städten ihren Forderungen Nachdruck verleihen, beschlossen die Delegierten am Samstag in Bern. Die Baumeister wollen sich auf die Verhandlungen konzentrieren.

Die rund 150 Delegierten der Berufskonferenz Bau der Unia hätten mit Empörung Kenntnis davon genommen, dass der Baumeisterverband (SBV) trotz vertragslosem Zustand und vermehrtem Lohndumping weiterhin einen neuen Vertrag verhindere. Damit sei der Berufskonferenz nichts anderes übrig geblieben, als die geplanten Streiks formell zu beschliessen. Der Entscheid des Bauarbeiterparlaments fiel einstimmig aus. Die unsinnige Deregulierungsforderung im Bereich der Arbeitszeit sei nicht zu akzeptieren, dies insbesondere, da die Bauarbeiter bereits jetzt unter starker gesundheitlicher Belastung stünden. Der Baumeisterverband versuche lieber, sein Diktat mit aller Macht durchzudrücken. Der von den Delegierten verabschiedete Aktionsplan sieht für eine erste Phase Warnstreiks in grösseren Städten der Schweiz vor. So soll am kommenden 15. Oktober in Genf, Neuenburg und Bern sowie am 1. November in Zürich gestreikt werden. Falls am nächsten Verhandlungstermin vom 5. November keine Lösung gefunden und der vertragslose Zustand nicht beendet wird, drohen die Delegierten mit einer weiteren Kampfmassnahmen in den Monaten November und Dezember sowie wieder ab März 2008. Das Ziel von Unia sei rasch wieder einen guten Landesmantelvertrag (LMV) abzuschliessen. „Bleibt der Baumeisterverband aber bei seiner Diktatpolitik, werden wir die Streiks nach dem 5. November verschärfen und ausweiten“, sagte Unia-Geschäftsleitungsmitglied Hansueli Scheidegger.

„Wir sind nach wie vor der Meinung, dass es keinen Grund für einen Streik gibt“, sagte SBV-Direktor Daniel Lehmann. Da der Verband aktiv dafür sorge, dass der bisher bestehende Minimalstandard weiter gelte und eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 2,7 Prozent per Anfang 2008 beschlossen worden sei, werde der Besitzstand aufrechterhalten. Bei der ersten Verhandlungsrunde am vergangenen Donnerstag sei ein zweiter Termin und ein Spitzengespräch vereinbart worden. Dabei sei auch beschlossen worden, nicht mehr mit Polemik in der Öffentlichkeit zu kommunizieren und sich auf die Verhandlungen zu konzentrieren. Dass die Unia dies nun anders handhabe, sei schade. „Verhandlungen passieren am Verhandlungstisch und nicht auf der Strasse“, sagte Lehmann.

Der SBV hatte den Landesmantelvertrag per Ende vergangenen September gekündigt, nachdem bisherige Verhandlungen gescheitert waren. Bereits in der ersten Woche war es zu Problemen gekommen. So hatte die Tripartite Kommission des Kantons Zürich (TPK) zunächst entschieden, die Referenzlöhne für ungelernte Bauarbeiter um zehn Prozent zu senken. Nach Kritik von Seiten des SBV und der Gewerkschaften wurde aber eine ausserordentliche Sitzung zu dem Thema angesetzt. (AP)

 

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