Aktuelle Nachrichten Europa – Bauernsterben hält an – DAPD
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Aktuelle Nachrichten – Europa

Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz Bauernsterben hält an

DAPD

10.07.2008

Neuenburg – Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz ist weiterhin rückläufig. Dabei wurde insbesondere bei den kleinen Biobetrieben ein Bauernsterben festgestellt, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte. Zugenommen hat dagegen die Zahl der Betriebe mit „exotischen“ Tierarten.

Bei der Landwirtschaftszählung im vergangenen Jahr wurden 61.800 landwirtschaftliche Betriebe gezählt. Rund 45.000 davon wurden von hauptberuflichen Landwirten bewirtschaftet. Im Jahr 2005 waren es noch 63.600 Betriebe gewesen. Damit haben 1.860 Betriebe ihre Aktivitäten in den vergangenen zwei Jahren eingestellt. Seit der Zählung im Jahr 2000 haben über zwölf Prozent der Landwirtschaftsbetriebe aufgegeben. Noch stärker abgenommen hat die Zahl der biologisch bewirtschafteten Betriebe. Sie sank in den vergangenen zwei Jahren um 3,4 Prozent auf 6.200 Betriebe. Damit wurde in der Schweiz rund jeder zehnte Landwirtschaftsbetrieb biologisch betrieben. Angestiegen ist dagegen die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe mit einer Nutzfläche von 25 Hektaren und mehr, nämlich seit 2000 um knapp 16 Prozent. Machten sie damals noch 16 Prozent aller Betriebe aus, waren es jetzt 21 Prozent. Die Nutzfläche pro Betrieb stieg in den vergangenen zwei Jahren um 0,4 Hektaren auf 17,2 Hektaren.

Wie auch bei den konventionellen Landwirtschaftsbetrieben haben vor allem kleine Biobetriebe ihre Tätigkeit aufgegeben. Für den Rückgang bei den biologisch bewirtschafteten Betrieben gibt es laut Daniel Bohnenblust von der Sektion Umwelt des BFS verschiedene Gründe. Unter anderem sei der Administrativ- und Kontrollaufwand für diese Betriebe sehr gross und auch die Bestimmungen seien relativ kompliziert. Laut Bohnenblust hat die Zahl der Umsteiger auf den biologischen Betrieb abgenommen. Es bestehe eventuell eine gewisse Sättigung, beispielsweise im Graubünden, wo über 51 Prozent aller Landwirtschaftsbetriebe biologisch bewirtschaftet wurden. Noch untervertreten seien die Biobauern aber in der Westschweiz.

Die Ackerflächen ohne Kunstwiesen sanken im Vergleich zu 2000 um 4,4 Prozent und betrugen im Jahr 2007 noch 279.700 Hektaren. Die Getreidefläche ging in diesem Zeitraum um 14 Prozent zurück. Mit 157.600 Hektaren war das Getreide jedoch auch im vergangenen Jahr immer noch die wichtigste Ackerkultur in der Schweiz. Weiterhin rückläufig ist seit Jahren der Kartoffelanbau. Ausgedehnt wurden in den letzten Jahren hingegen der Zuckerrüben- und der Rapsanbau.

Der Rindviehbestand betrug 2007 rund 1,57 Millionen Tiere und blieb damit seit einigen Jahren relativ stabil. Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe mit Rindviehhaltung hat allerdings seit 2000 um über 14 Prozent abgenommen. Von rund 31 auf 36 Stück zugenommen hat damit die durchschnittliche Herdengrösse pro Betrieb. Markant an Bedeutung gewonnen hat die Mutter- und Ammenkuhhaltung. Weiter angestiegen sind die Bestände an Ziegen und an Tieren der Pferdegattung. Stark zugenommen hat die Zahl der Betriebe mit „exotischen“ Tierarten wie Bisons, Hirsche, Lamas und Alpakas. Während im Jahr 2000 in etwa 350 Betrieben rund 6.800 solche Tiere gehalten wurden, waren es 2007 schon 660 Betriebe mit rund 13.200 Tieren. (AP)

 

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