Aktuelle Nachrichten – Europa
24.12.2008
Brugg – Die Schweizer Landwirtschaft hat ein durchzogenes Jahr hinter sich. Gemäss dem Jahresüberblick des Schweizerischen Bauernverbandes vom Mittwoch in Brugg im Aargau war 2008 für den Pflanzenbau und die Fleischproduktion erfreulich. Beim Obst gab es tiefere Erträge, und der Milchpreis befand sich auf einer Achterbahn.
Das ablaufende Jahr war laut SBV geprägt von überdurchschnittlichen Temperaturen und regelmässigen Niederschlägen. Die Feuchtigkeit erschwerte zum Teil die Ernte, vor allem im Juni. Allerdings war das Wetter laut dem Bericht „wüchsig“ und bescherte dem Pflanzenbau gute Erträge. Bei Getreide und Kartoffeln gab es grössere Ernten als erwartet. Gut war die Zuckerrübenernte. Beim Raps konnte die Nachfrage trotz grösserer Anbaufläche nicht gedeckt werden. Die Gemüseproduzenten kämpften im Frühling und im Sommer gegen den von günstigen Importen ausgehenden Preisdruck bei hohen Produktionskosten. Im Obstbau waren die Erträge durchwegs geringer als im Vorjahr. Vielversprechend sei der Weinjahrgang 2008, dank sonnigem, trockenem Herbst mit optimalen Erntebedingungen.
Ein gutes Jahr verzeichnete auch die Fleischproduktion, wie der SBV weiter berichtete. Nutz- und Schlachtvieh waren gefragt. Der Schweinemarkt war noch stärker als zuvor geprägt von knappem Angebot und hohen Preisen. Auf Hochtouren lief die Geflügelproduktion. Die Nachfrage war gemäss den Angaben sehr gut und stieg. Gleichzeitig stiegen aber auch die Futterkosten stark. Eine gute Nachfrage bestand nach Eiern. Untypischerweise sei der Absatz auch nach Ostern gut geblieben.
Als dramatisch bezeichnet der Bauernverband die diesjährige Entwicklung am Milchmarkt. Nach dem Milchproduzentenstreik Ende Mai konnte per 1. Juli eine Preiserhöhung um sechs Rappen für Industriemilch ausgehandelt werden, nicht aber bei der Käsereimilch. Auch bei der übrigen Milch geriet der Preis laut SBV infolge der sinkenden Preise in der EU im Herbst unter starken Druck. Hinzu kam eine Überproduktion, die Butter- und Milchpulverlager anwachsen liess. Dies führte Anfang November zu ersten Milchpreissenkungen, wie es in dem Bericht heisst. (AP)
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