Aktuelle Nachrichten – Wirtschaft
01.11.2010
Foto: Daniel Kopatsch/dapd
Berlin – Der Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, Herbert Bodner, hat scharfe Kritik an der Debatte über das Bahnprojekt "Stuttgart 21" geübt. "Es ist alarmierend, dass einige Kritiker 'Stuttgart 21' die Legitimität absprechen, obwohl das Projekt die komplizierten Genehmigungshürden überwunden hat", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel" (Montagausgabe). Das hinterher basisdemokratisch infrage zu stellen, sei nicht in Ordnung. Was bei "Stuttgart 21" passiert, rühre an den Grundfesten der rechtsstaatlichen Ordnung.
Kostensteigerungen seien kaum zu vermeiden, sagte Bodner. Großprojekte wie "Stuttgart 21" fänden unter Bedingungen statt, die vorher nicht vollständig abschätzbar seien, gerade wenn im Untergrund gebaut werde. Aber das sei nicht der einzige Grund: "Teilweise liegt es auch daran, dass man im Vorfeld Budgetreserven zu niedrig hält, weil das Projekt sonst politisch noch schwerer durchsetzbar wäre."
Bodner wies darauf hin, dass der Ausbau erneuerbarer Energien einen Umbau der Infrastruktur voraussetze. "Deshalb ist es scheinheilig, wenn die, die am lautesten die Umstellung auf regenerative Energien fordern, ein gestörtes Verhältnis zu großen Infrastrukturprojekten haben." (dapd)
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