Bern – Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) sieht keinen Grund zu streiken. „Wir sind ja in Verhandlungen“, sagte SBV-Direktor Daniel Lehmann am Donnerstag auf Anfrage. Solche Störaktionen behinderten Lösungen. Der Arbeitgeberverband beobachtet den Arbeitskonflikt im Baugewerbe mit Sorge.
Die Beteiligung an den Störaktionen sei relativ gering, sagte Lehmann. „Den streikwilligen, wütenden Bauarbeiter sehen wir nicht.“ Dass in Zürich rund 250 Baustellen bestreikt würden, sei Wunschdenken der Gewerkschaften. Hingegen komme es zu Blockaden. „Es gibt auch keinen Grund zu streiken, wir sind ja in Verhandlungen,“ sagte Lehmann weiter. Solche Aktionen nützten niemandem. Es behindere vielmehr rasche und effiziente Sachgespräche.
Der SBV-Direktor warf den Gewerkschaften vor, Unwahrheiten zu verbreiten. So sei es beispielsweise falsch, dass die Baumeister mehr Flexibilität forderten. Vielmehr wollten sie die bereits geltenden Möglichkeiten nutzen, um die minimalen beziehungsweise maximalen Wochenstunden über- beziehungsweise unterschreiten zu können. Zu den befürchteten Verschlechterungen der Arbeitssicherheit sagte Lehmann, die Branche habe in die Sicherheit investiert. „In den vergangenen zehn Jahren verzeichneten wir 20 Prozent weniger Unfälle und die Hälfte der Todesfälle konnte verhindert werden.“
Der Schweizerische Arbeitgeberverband beobachtet die Entwicklung mit Sorge, wie Sprecher Hans Reis auf Anfrage sagte. „Wir hoffen sehr, dass sich beide Parteien rasch einigen können.“ Reis bezeichnete den Arbeitskonflikt als unnötiges Muskelspiel. Ausserdem senden Streiks schlechte Signale ins Ausland, was für ein exportorientiertes Land nicht förderlich sei. „Gerade die 'Streikarmut' der Schweiz und die damit verbundene Liefertreue ist ein bedeutender Standortvorteil, der im Zeichen starker globaler Konkurrenz unbedingt erhalten werden muss“, sagte Reis weiter. (AP)
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