Berlin – Die wenigsten Fans haben die Beatles je live gesehen. Jahrzehnte nach der Auflösung der Band bringt die Erfolgsshow „Rain – The Beatles Experience“ die größten Hits der Fab Four nun wieder auf die Bühne. Im Herbst wird sie erstmals in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu sehen sein. Bei der Vorab-Premiere am Dienstagabend im Berliner Renaissance-Theater wurde die Cover-Band von den Zuschauern begeistert gefeiert. „Was für ein großartiges Publikum“, lobte Paul McCartney-Darsteller Joey Curatolo immer wieder.
Joey Curatolo, Joe Bithorn (George Harrison), Ralph Castelli (Ringo Starr) und Steve Landes (John Lennon) schlüpften vor mehr als 20 Jahren zum ersten Mal in die Rollen ihrer Vorbilder aus Liverpool. Unter dem Namen „Rain – The Beatles Experience“ tourt die Band seitdem durch die USA und Großbritannien. Im September und Oktober gastieren Rain jeweils eine Woche in München und Düsseldorf.
Mit ihrer Cover-Show lassen die vier Musiker die Beatles-Ära routiniert wieder aufleben: Mit fast perfekten Darbietungen der größten Beatles-Hits kann das Publikum noch einmal den Weg der Fab Four vom legendären Liverpooler Cavern Club bis zum Weltruhm verfolgen. Als Höhepunkte der frühen Jahre präsentieren Rain Songs wie „I Wanna Hold Your Hand“, „Twist And Shout“ und „A Hard Day's Night“. Bei „Yesterday“ singt das Berliner Publikum absolut textsicher mit – sogar als der Song wegen einer Fernsehaufzeichnung noch einmal wiederholt werden muss.
Songs wie „Here Comes The Sun“ oder „While My Guitar Gently Weeps“ bringen Flower-Power und Friedensbewegung in Erinnerung, für die psychedelische Phase der Beatles stehen Klassiker wie „Sgt. Pepper“, „With A Little Help From My Friends“ und „Strawberry Fields Forever“.
Selbst die damals aufwändig im Studio produzierten Songs der letzten Schaffensphase präsentieren Rain, die mittlerweile eine längere Bühnenkarriere vorweisen können als die Beatles selber, auf der Bühne. Möglich macht das der fünfter Mann im Hintergrund: Während der ganzen Show werkelt der Keyboarder und Percussionist Mark Lewis im Dunkeln am Bühnenrand. Vor allem bei den orchestralen Stücken sorgt er so für einen originalgetreuen, fetten Sound. Lediglich das aufwändige „A Day In The Life“ klingt in der Rain-Version etwas zerfahren.
Die vier Bandmitglieder im Rampenlicht haben aber nicht nur das große Repertoire des Beatles verinnerlicht. Ihre Rollen sind bis ins Detail einstudiert: Mimik und Gestik stimmen perfekt, und sogar ihre Stimmen haben sie denen ihrer Vorbilder angepasst. Vor allem Joey Curatolo ahmt die tänzelnden Bewegungen und das verschmitzte Grinsen von Paul McCartney täuschend echt nach.
Wie in der Anfangsphase treten die Musiker zunächst in dunkelgrauen Anzügen und den obligatorischen Pilzkopf-Frisuren auf. Mit der Zeit werden die Kostüme bunter und die Perücken aufwändiger. Insbesondere die Haare von George Harrison und John Lennon werden im Laufe des Abends immer länger.
Projektionen und Videoeinspielungen verstärken den Eindruck einer Reise in die Vergangenheit. Historische Aufnahmen und Werbespots versetzen die Zuschauer zurück in die 60er Jahre: Kennedy, Strauß und Marilyn, Mauerbau, Mondlandung und Fototapete – das Berliner Publikum schwelgt gerne in Erinnerungen und spendet sogar dem schwarz-weißen HB-Männchen auf der Leinwand spontanen Applaus.
Bilder von kreischenden, vorwiegend weiblichen Fans, die bei Beatles-Konzerten reihenweise in Ohnmacht fallen, holen das Publikum aber gleichzeitig zurück ins 21. Jahrhundert: Ganz so entfesselt-verzückt sind die Zuschauer im Renaissance-Theater dann doch nicht. Zwar wird bei Hits wie „Come Together“, „Get Back“ oder „Revolution“ im Stehen gejubelt und mitgeklatscht. Und bei den Zugaben „Imagine“, „Let It Be“ und „Hey Jude“ summen und singen die älteren, vorwiegend männlichen Beatles-Fans andächtig mit, aber Freudentränen fließen nicht gerade. Und zum Mitklatschen mussten die echten Beatles ihre Fans ganz sicher animieren.
Tourdaten: 23.-28.9. München (Circus Krone), 7.-12.10. Düsseldorf (Capitol Theater)
http://rain-show.com/
http://www.rainthebeatlesexperience.com/ (AP)
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