Mainz – SPD-Chef Kurt Beck hat vor dem Wegfall von Tausenden von Arbeitsplätzen bei Aufgabe des Briefmonopols durch die Deutsche Post gewarnt. Es sei grundsätzlich offen für die vollständige Öffnung des Postmarktes im Jahr 2009, sagte Beck am Freitag in Mainz. Voraussetzung dafür sei aber, dass deutsche Unternehmen dann auch in wichtigen Nachbarländern ihre Dienste anbieten könnten.
Beck sagte, es gebe derzeit Tendenzen in Frankreich, den nationalen Postmarkt zu schützen und ihn nicht der ausländischen Konkurrenz zu öffnen. Eine solche Entwicklung werde Deutschland nicht aushalten. Den Wegfall von tausenden von Arbeitsplätzen könne er nicht akzeptieren. Der SPD-Chef warnte vor einem Wettlauf um die niedrigsten Löhne im Postmarkt. Schon jetzt werde im Paketmarkt in Deutschland mit Kinderarbeit kalkuliert: „Da werden 13-Jährige gesucht gesucht, um die Post auszutragen.“ Beck schlug vor, im Fall einer unvollständigen Marktöffnung in Europa soziale Standards festzulegen, damit es nicht zu Sozialdumping komme. Alles andere werde die Akzeptanz eines freien Marktes in Deutschland zerstören.
(AP)
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