Aktuelle Nachrichten – Verbraucher
10.02.2009
Oldenburg – In gummibedruckter Baby- und Kinderkleidung sind gesundheitlich bedenkliche organische Zinnverbindungen nachgewiesen worden. Fünf von 21 Proben wiesen deutliche Gehalte des Stoffes auf, wie das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, LAVES, am Dienstag mitteilte. Die Behörde forderte die Hersteller, Importeure und Händler der belasteten Kleidung zum Verzicht auf die Substanzen auf.
Die sogenannten Organozinnverbindungen helfen dem Amt zufolge bei der Herstellung von Gummiaufdrucken für Textilien. Bei den gefundenen Substanzen handelt es sich in zwei Fällen um Monobutylzinn und in drei Fällen um Dibutylzinn. Diese Verbindung habe im Tierversuch unter anderem Schädigungen an Leber, Galle und Immunsystem verursacht. Sie könne zum Beispiel durch Hautkontakt in den Körper gelangen.
Den Eltern riet das Amt, nur Kinderkleidung ohne gummierte Aufdrucke zu kaufen oder auf Ökolabels zu achten. Zudem sollten Kinder nicht an den Aufdrucken lutschen. Auch häufiges Waschen begrenze die Aufnahme.
Die Verwendung der gefundenen Stoffe ist laut den Angaben erlaubt, eine EU-weite Höchstmengenregelung gibt es nicht. Das Umweltbundesamt und das Bundesinstitut für Risikobewertung empfehlen jedoch, den Einsatz von Organozinnverbindungen in Verbraucherprodukten weiter zu begrenzen. (AP)
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