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Klassiker im Halbfinale Bei den Australian Open trifft Federer auf Nadal

Reinhard Sogl

24.01.2012

Roger Fedderer und Rafael Nadal spielen im Halbfinale der Austalian Open. Foto: Sarah Ivey/AP Photo
Roger Fedderer und Rafael Nadal spielen im Halbfinale der Austalian Open.

Foto: Sarah Ivey/AP Photo

Melbourne – Roger Federer saß völlig entspannt in seiner Hotelsuite vor dem Fernseher, als Rafael Nadal Schlag Mitternacht in Melbourne bei den Australien Open das von vielen Tennisfans erhoffte Halbfinalduell zwischen den beiden langjährigen Rivalen perfekt machte: Mit wilden Freudensprüngen feierte der Spanier seinen 6:7 (5:7), 7:6 (8:6), 6:4, 6:3-Sieg in einem feurigen Viertelfinal-Vergleich gegen den Tschechen Tomas Berdych.

Zuvor hatte Roger Federer in der Mittagshitze gegen den Argentinier Juan Martin del Potro mit dem 6:4, 6:3, 6:2 in seinem 1.000. Profimatch die Pflicht erfüllt und danach gesagt: "Ich würde im Halbfinale gern gegen Rafa spielen." Sein Wunsch auf eine Revanche für das 2009 gegen Nadal in fünf Sätzen verlorene Finale wurde erfüllt. Von den 26 Duellen gewann der Spanier 17.

Clijsters stößt Wozniacki vom Thron

Bei den Frauen stehen sich im ersten Halbfinale am Donnerstag Titelverteidigerin Kim Clijsters aus Belgien und Victoria Asarenka aus Weißrussland gegenüber. Clijsters stieß mit ihrem 6:3, 7:6 (7:4)-Erfolg im Viertelfinale Caroline Wozniacki vom Tennis-Thron. Die Dänin wird nach dieser Niederlage am Montag nach 15 Monaten an der Spitze der Weltrangliste als Nummer eins abgelöst.

Ihre mögliche Nachfolgerin könnte Asarenka werden, die ihre Chancen auf Platz eins und den ersten Grand-Slam-Titel durch einen 6:7 (0:7), 6:0, 6:2-Sieg gegen die Polin Agnieszka Radwanska wahrte. Kandidaten auf das Wozniacki-Erbe sind auch noch Wimbledonsiegerin Petra Kvitoa aus Tschechien und die Russin Maria Scharapowa, die sich im Achtelfinale am Montag gegen die Berlinerin Sabine Lisicki durchgesetzt hatte.

Acht Profis mit mindestens 1.000 Spielen

Roger Federer war bestens gelaunt, als er in seiner nun fast 14-jährigen Profikarriere die Tausend voll gemacht hatte. "Es ist ein großer Meilenstein. Es sind viele Matches und viel Tennis", sinnierte der Mann, der als achter Profi die markante Marke knackte. Jimmy Connors führt die exklusive Liste mit 1427 Spielen an. "Entweder bin ich einfach nur schon lange da oder ich bin extrem fit. Entscheidet selbst, wie ihr es beschreiben wollt. Ich weiß es nicht. Aber ich bin glücklich", sagte der 16-malige Grand-Slam-Sieger nach dem Jubiläumsspiel.

Roger Federer ist beides und noch viel mehr: lange da, extrem fit und von alter Klasse. In der Form vom Dienstag auch als 30-Jähriger von Nadal nur schwer zu schlagen. Der Schweizer dominierte in dem einseitigen Duell den nach monatelanger Handgelenksverletzung wiedererstarkten Argentinier, der ihn 2009 im Finale der US Open besiegt hatte, von Anfang bis zum Ende. "Das war hohe Qualität, ich bin sehr zufrieden mit meinem Spiel. Ich habe gut serviert, sauber getroffen und ich konnte auch bei den sehr heißen und damit schnellen Bedingungen den Ball kontrollieren", bilanzierte der Perfektionist nach der zweistündigen Mittagsschicht bei 34 Grad.

Del Potro ohne Chance

Das Viertelfinale war für ihn eine viel leichtere Aufgabe, als es zu erwarten gewesen war. Del Potro, der von Federer immer wieder auf seiner viel schwächeren Rückhandseite angespielt wurde, war nur selten in der Lage mitzuhalten. Federer spielte mit der Präzision eines Schweizer Chronometers, er schlug Winner, Stopps und Lobs und ließ den Argentinier immer verzweifelter aussehen. Nur beim Stand von 5:3 im zweiten Satz lief Roger Federer ernsthaft Gefahr, seinen Aufschlag abzugeben. Nachdem er den vierten Breakball abgewehrt hatte, schrie er in selten gehörter Lautstärke seine Erleichterung heraus. "Ich wusste, wie wichtig dieses Spiel für mich war", sagte er. Der Rest war buchstäblich Formsache.

Rafael Nadal hatte 4:16 Stunden Schwerstarbeit zu leisten bei diesen Australian Open. Berdych machte ihm mit seinen hammerharten Aufschlägen und schnellen Bällen von der Grundlinie das Leben schwer. Umstrittene Linienrichterentscheidungen führten zudem zu einer hitzigen Atmosphäre. Berdych hatte im ersten Tiebreak das Glück auf seiner Seite, Rafaele Nadal im zweiten, doch dann gewann der Favorit die Oberhand und entschied nach "einem der besten Sätze, die ich je auf diesem Belag gespielt habe", das Match zu seinen Gunsten. (dapd)

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